Devisen
Euro schafft fulminante Wende

So schnell kann es gehen: Nachdem der Euro gestern noch unter Druck geraten war, legt er heute wieder deutlich zu. die Anleger haben sich inzwischen etwas genauer mit Draghis Aussagen beschäftigt.
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Der Euro ist am Freitag deutlich über die Marke von 1,23 US-Dollar gesprungen. Zum Wochenschluss erholte sich der Kurs der Gemeinschaftswährung stark und erreichte ein Tageshoch von 1,2331 Dollar. Der Dollar kostete damit 0,8167 (0,8100) Euro.
Am Donnerstag hatten Anleger enttäuscht auf Aussagen von EZB-Chef Mario Draghi zum künftigen Kurs in der Eurokrise reagiert. Eine wichtige Botschaft der Europäischen Zentralbank (EZB) ist, dass die Notenbank den Kauf von Staatsanleihen angeschlagener Eurostaaten erst durchführen will, wenn der Rettungsfonds EFSF ebenfalls Anleihen gefährdeter Länder kauft.
„Das ist durchaus eine kluge Vorgehensweise, denn Anleiheankäufe durch den EFSF sind an Reform- und Sparbedingungen geknüpft“, kommentierte der Chefvolkswirt der HSH Nordbank, Cyrus de la Rubia. Ähnlich äußerte sich auch Experte Alexander Krüger vom Bankhaus Lampe: „Mit Blick auf die mittelfristige Perspektive meinen wir, dass die EZB geschickt agiert hat.“ Damit bleibe der notwendige Druck auf die Staaten bestehen, ihre Hausaufgaben zu erledigen.
Zudem sorgte zum Wochenschluss auch die Veröffentlichung wichtiger Konjunkturdaten aus den USA für Bewegung am Devisenmarkt. In der größten Volkswirtschaft der Welt war die am Markt stark beachtete Zahl der Beschäftigten im Juli unerwartet kräftig gestiegen. Die positive Überraschung vom US-Arbeitsmarkt sorgte für eine höhere Risikobereitschaft der Anleger und gab dem Euro am Nachmittag weiteren Auftrieb.
Zu anderen wichtigen Währungen hatte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,78745 (0,79040) britische Pfund, 95,85 (96,64) japanische Yen und 1,2012 (1,2024) Schweizer Franken festgelegt. In London wurde der Preis für die Feinunze Gold am Nachmittag mit 1.602,00 (Vortag: 1.597,00) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 41.200,00 (41.280,00) Euro.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • „Das ist durchaus eine kluge Vorgehensweise, denn Anleiheankäufe durch den EFSF sind an Reform- und Sparbedingungen geknüpft“

    LÜGEN, POPAGANDA, SCHWACHSINN.

    Die europäischen Polit"eliten" wollen sich auf der Krise "herausdrucken", das Geld entwerten und damit die Schulden ebenfalls. Das wird jeden Europäer treffen, am schlimmsten die finanzielle Unterschicht, die Armen, die Rentner.

    Anstatt "die Gläubiger" also die Herren der Märkte, mit Ihren riesigen Vermögen zur Rechnenschaft zu ziehen, wird der kleine Mann von den VOLKSVERRÄTERN ausgepresst.

    Völliger Schwachsinn ist im übrigen die Mantra-artig wiederholte Behauptung die insolventen Länder müssten nur "Sparen" dann kämen sie auch wieder auf die Füße. Das ist offensichtlich falsch, wie man an Girechenland leicht sehen kann, wo die Sparpolitik das Land nur weiter in die Schuldfalle getrieben hat.

  • Wo wird hier wie gelogen? Werden Sie konkret. Ich sehe hier nur eine wertfreie Aufzählung der Fakten des Handelstages

  • Gut beobachtet! Auch hier vom Freien Markt immer weniger.

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