Devisen
Euro setzt Erholungskurs fort

Angesichts der durch EZB-Chefökonom Otmar Issing geschürten Zinserhöhungsspekulation hat der Euro seinen Erholungskurs am Freitag fortgesetzt. Die Gemeinschaftswährung kostete am Nachmittag 1,2012 Dollar und lag damit rund einen halben US-Cent über dem Niveau des Vortageshandels in Europa.

HB FRANKFURT. „Eine Zinserhöhung im Dezember ist nicht auszuschließen“, sagte ein Händler. „Denn offenbar will die EZB den Markt mit ihren jüngsten Aussagen darauf vorbereiten.“ Simon Derrick, Leiter des Devisenresearch der Bank of New York in London, betonte: „Wenn sie reden können, können sie auch handeln.“ Die Zinsfutures am Terminmarkt signalisieren derzeit eine 40-prozentige Wahrscheinlichkeit der EZB-Zinserhöhung im Dezember. Eine EZB-Zinserhöhung würde verhindern, dass Anlagen in Euro durch die steigende Zinsdifferenz zum Dollarraum weiter an Attraktivität verlieren.

Mittelfristig rechnen Börsianer allerdings mit einem weiter steigenden Dollar. Die US-Notenbank Fed habe in den vergangenen Tagen mehrfach eine Fortsetzung ihrer Politik der „maßvollen“ Zinserhöhungen in Aussicht gestellt.

Marktteilnehmer klagten allerdings über die insgesamt dünnen Umsätze. Für einen nachhaltigen Ausbruch aus der aktuellen Handelsspanne von 1,2000 bis 1,2060 Dollar fehle es derzeit an den notwendigen Impulsen.

Issing hatte in einem TV-Interview unter anderem gesagt, die EZB müsse bei einer Zunahme der Inflationsrisiken handeln. In einem anderen Interview hatte er zuvor den möglichen Anstieg der Inflationsrate über die EZB-Obergrenze für Preisstabilität von zwei Prozent erneut als Besorgnis erregend bezeichnet.

Im Referenzkursverfahren EuroFX wurde der Kurs des Euro mit 1,2013 (Donnerstag 1,1960) Dollar festgelegt. Die EZB ermittelte den Referenzkurs mit 1,2012 (1,1953) Dollar. Zum Schweizer Franken bewegte sich der Dollar am Freitag kaum. Die US-Währung kostete am Nachmittag 1,2865 Franken.

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