Devisen
Euro setzt Talfahrt zum Schweizer Franken fort.

Mit einer kleinen Berg- und Talfahrt hat der Euro die Anleger am Devisenmarkt in Atem gehalten. Im Vergleich zum US-Dollar legte die Gemeinschaftswährung am Morgen erst zu. Nach der Drohung Moody's, das Rating Portugals zu senken, gab der Euro die Gewinne aber wieder ab. Zum Schweizer Franken ist die Tendenz dagegen klar: Es geht weiter abwärts.
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HB FRANKFURT. Der Kurs des Euros hat am Dienstag in einem dünnen Handel eine kleine Berg- und Talfahrt hingelegt. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde zuletzt mit 1,3120 US-Dollar gehandelt. Im frühen Handel war er zeitweise bis auf 1,32 Dollar geklettert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Referenzkurs am frühen Nachmittag auf 1,3155 (Montag: 1,3147) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7602 (0,7606) Euro.

„Im frühen Handel hat die Ankündigung von China, der Eurozone in der Finanzkrise zu helfen, den Euro bis auf 1,32 Dollar steigen lassen“, sagte Commerzbank-Devisenexpertin Antje Praefcke. Laut Vizepremierminister Wang Qishan will China „konkrete Maßnahmen“ ergreifen, um einigen EU-Mitgliedsstaaten aus ihrer ernsthaften Schuldenkrise zu helfen. Laut Praefcke ist allerdings noch unklar, wie dies genau geschehen soll, da China keine Details genannt hat.

Der Auftrieb für den Euro hielt allerdings nichts lange. „Nachdem die Ratingagentur Moody's Portugal mit einer Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit gedroht hat, geriet der Euro wieder unter Druck“, sagte Praefcke. Zum Schweizer Franken sank der Euro auf ein neues Rekordtief. Zwischenzeitlich fiel er bis auf 1,2562 Franken, nachdem er im frühen Handel noch über der Marke von 1,27 Franken notiert hatte.

„Der sehr dünne Handel beschleunigt die Talfahrt des Euro zum Franken“, sagte Praefcke. „Der Franken gilt als sicherer Hafen und wertet derzeit zu allen großen Währungen auf.“ Interventionen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) zur Schwächung des Franken erwartet Preafcke nicht. Deflationsgefahren seien derzeit in der Schweiz kein Thema.

Zu anderen wichtigen Währungen hatte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,85030 (0,84620) britische Pfund, 110,00 (110,10) japanische Yen und 1,2613 (1,2698) Schweizer Franken festgelegt.

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