Devisen
Euro sinkt wieder unter 1,40 Dollar

Der Dollar steigt wieder. Vor allem Spekulationen auf Yen-Interventionen helfen dem Greenback, der japanische Finanzminister deutet ein erneutes Eingreifen an. Der Euro verliert gegenüber dem Dollar.
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HB FRANKFURT. Der Dollar schafft ein kleines Comeback. Spekulationen auf erneute Interventionen der japanischen Notenbank gegen die Yen-Stärke haben dem Dollar am Dienstag etwas Luft verschafft. Der Greenback kletterte auf bis zu 81,42 Yen und erholte sich damit etwas von seinem zu Wochenbeginn erreichten 15-Jahres-Tief von 80,39 Dollar.

Händlern zufolge rechnet der Markt mit einem erneuten Eingreifen der japanischen Notenbank für den Fall, dass der Dollar sich wieder der 80-Yen-Marke annähert. Der japanische Finanzminister Yoshihiko Noda kündigte an, notfalls entschieden gegen die Aufwertung des Yen vorzugehen. Dieser wird zunehmend zu einer Belastung für die Exportwirtschaft des asiatischen Landes. Nach Einschätzung von Währungsstratege Masafumi Yamamoto von Barclays Capital wird Japan allerdings nicht vor der Sitzung des Offenmarktausschusses der US-Notenbank Fed in der kommenden Woche eingreifen.

Auch der Euro gab seine jüngsten Gewinne zur US-Währung ab und fiel auf bis zu 1,3852 Dollar. Helaba-Analyst Ulrich Wortberg wertete dies jedoch nur als zwischenzeitliche Korrektur. „Das Bild sieht weiter konstruktiv für den Euro aus.“ Die Erwartung einer Ausweitung der lockeren Geldpolitik durch die Fed halte den Dollar weiter in Schach.

Auf der Gewinnerseite am Devisenmarkt stand nach einem unerwartet hohen Wachstum in Großbritannien das Pfund Sterling. Die britische Währung stieg auf bis zu 1,5867 Dollar, der Euro fiel auf bis zu 87,45 Pence zurück. Die Wirtschaft im Vereinigten Königreich war im dritten Quartal mit 0,8 Prozent doppelt so stark gewachsen wie von Reuters befragte Experten im Schnitt erwartet hatten. Die jüngsten Daten schwächten die Befürworter einer Ausweitung der lockeren Geldpolitik durch die Bank of England, kommentierte Marktanalyst Michael Hewson von CMC Markets.

Zusätzlichen Rückenwind erhielt das Pfund vom positiveren Ausblick der Ratingagentur Standard & Poor's für die britischen Staatsfinanzen. Sie hob den Ausblick für die Bonitätsbewertung auf „stabil“ von „negativ“ an und bekräftigte das Top-Rating „AAA“. Der Terminkontrakt auf langlaufende britische Staatsanleihen (“Gilt-Future“) fiel um 131 Ticks auf 123,50 Zähler und zog auch den Bund-Future mit nach unten. Der Terminkontrakt auf Bundesanleihen gab 50 Ticks auf 129,34 Stellen ab. Die Rendite der zehnjährige Bundesanleihe stieg auf 2,507 Prozent.

Dagegen trennten sich Anleger trotz einer Anhebung des Leitzinses auf ein Prozent von der Schwedischen Krone. Der Euro stieg auf bis zu 9,3414 Kronen nach rund 9,17 Kronen vor dem Zinsentscheid. „Der Markt hatte die Zinserhöhung um 25 Basispunkte eingepreist“, sagte Nordea-Währungsstratege Neils Christensen. „Die Reichsbank klang etwas zurückhaltender als der Markt erwartet hatte. Zwei Mitglieder stimmten gegen die Zinserhöhung.“

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