Devisen + Rohstoffe
Devisen: Euro springt über 1,35 Dollar - Neuer Rekord - US-Daten enttäuschen

Der Euro ist am Donnerstag erstmals in seiner Geschichte über die Marke von 1,35 Dollar gesprungen. Nach einigen mit Enttäuschung aufgenommenen US-Konjunkturdaten beschleunigte die Gemeinschaftswährung am Nachmittag ihren Höhenflug.

dpa-afx FRANKFURT. Der Euro ist am Donnerstag erstmals in seiner Geschichte über die Marke von 1,35 Dollar gesprungen. Nach einigen mit Enttäuschung aufgenommenen US-Konjunkturdaten beschleunigte die Gemeinschaftswährung am Nachmittag ihren Höhenflug.

In der Spitze kletterte der Euro bis auf 1,3 502 Dollar und damit auf den höchsten Stand seit seiner Einführung an den Finanzmärkten im Januar 1999. Die alte Rekordmarke war am 7. Dezember mit 1,3 469 Dollar aufgestellt worden. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittag noch auf 1,3 456 (Mittwoch: 1,3 384) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7 432 (0,7 472) Euro.

"Es lag an den US-Daten", sagte Devisenhändler Jan Koczwara von der Helaba. Vor allem die Auftragseingänge für langlebige Güter (ohne Transportsektor) seien im November mit einem Rückgang von 0,8 Prozent hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Zudem sei der Umsatz vor den Feiertagen sehr dünn. "Da sind größere Kurssprünge schnell möglich", sagte Koczwara. Auch die Revision des viel beachteten Stimmungsindikators der Universität Michigan konnte den Dollarverfall nicht stoppen. Das Konsumlima hellte sich im Dezember stärker als zunächst berichtet auf.

Auch Devisenexperte Armin Mekelburg von der HVB sieht kein Ende der Dollar-Schwäche: "Die Marke von 1,40 Dollar dürfte schon in ein bis zwei Wochen fallen". Er macht für den jüngsten Sprung auch Aussagen der chinesischen Notenbank verantwortlich. Diese habe signalisiert, dass vorerst keine Abkehr von der Politik fixierter Wechselkurse zu erwarten sei. Dies habe den Euro aus seiner Lethargie der vergangenen Tage gerissen.

Seit Beginn des Jahres hat der Euro bereits um knapp neun Cent aufgewertet. Trotz dieses bereits beachtlichen Sprungs halten einige Experten im kommenden Jahr einen Anstieg bis auf 1,50 Dollar für möglich. Hintergrund ist die anhaltende Dollar-Schwäche, die auf den enormen US-Defiziten in Staatshaushalt und Leistungsbilanz fußt. Der Euro trägt bisher ungeachtet zahlreicher sogenannter verbaler Interventionen von Währungshütern aus der Eurozone unter den führenden Währungen der Welt die Hauptlast.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,7 013 (0,69 905) britische Pfund , 139,88 (139,18) japanische Yen und 1,5 443 (1,5 436) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 441,10 (441,00) Dollar gefixt.

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