Devisen
Euro stabiler vor Vertrauensvotum

Der Eurokurs steigt, doch ist weiterhin auf wackligen Beinen. Anleger warten wohl auch auf den Ausgang des Vertrauensvotums im Athener Parlament.
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Kursanstieg auf wackeligen Beinen: Vor der Vertrauensabstimmung im griechischen Parlament hat sich der Euro am Dienstag deutlich über der Marke von 1,43 Dollar stabilisiert. Die Gemeinschaftswährung notierte bei 1,4353 Dollar nach 1,4304 Dollar im New Yorker Schlussgeschäft. „Im Augenblick überwiegt die Hoffnung, dass Ministerpräsident Papandreou die Vertrauensabstimmung gewinnt“, sagte Devisen-Analyst Lutz Karpowitz von der Commerzbank. „Wenn ihm das Parlament aber das Misstrauen ausspricht oder das Sparpaket ablehnt, eskaliert die Krise. Dann wäre die bisherige Strategie der europäischen Politik gescheitert und es wäre völlig unklar, wie es weitergeht.“ Papandreou will sein neues Kabinett am Dienstagabend einem Vertrauensvotum unterziehen. Das Votum gilt als Signal für die Haltung der Abgeordneten zu den Sparplänen der Regierung, von denen die EU-Finanzminister die Freigabe weiterer Hilfskredite abhängig machen.

Die vertagte Entscheidung über weitere Griechenland-Hilfen hatte den Euro zum Wochenauftakt bis auf 1,4189 Dollar gedrückt. Erst die am Montagnachmittag verkündete Aufstockung des vorübergehenden Rettungsfonds EFSF auf 440 Milliarden Euro sorgte wieder für etwas mehr Optimismus am Markt und trieb den Euro wieder über 1,43 Dollar. Für Euphorie gebe es aber keinen Anlass, da die mögliche Pleite Griechenlands weiter wie ein Damoklesschwert über den Anlegern schwebe, sagte ein Händler. Nach dem ersten Paket von 110 Milliarden Euro muss in Griechenland eine weitere Finanzlücke bis 2014 von 120 Milliarden Euro gestopft werden. 

Am Rentenmarkt lag die Rendite der griechischen zehnjährigen Bonds weiter in astronomischen Höhen: Die Papiere warfen 17,545 Prozent ab, der Risikoaufschlag (Spread) zu den entsprechenden Bundespapieren lag bei knapp 15 Prozent.

Schulden-Streit in den USA im Fokus

Mit Spannung blickten die Anleger am Dienstag aber auch auf die USA, wo die US-Regierung und der Kongress mit der nächsten Verhandlungsrunde in ihrem Schulden-Streit beginnen. Der US-Regierung geht nach eigenen Angaben am 2. August das Geld aus, wenn der Kongress die gesetzliche Schuldenobergrenze nicht erhöht und damit keine weitere Kreditaufnahme zulässt. Die Ratingagentur Fitch hatte den USA in der Nacht zum Dienstag mit einem negativen Ausblick auf die Entwicklung ihrer Kreditwürdigkeit gedroht, sollte es im Schulden-Streit keine rechtzeitige Einigung geben. Die Analysten der Metzler Bank glauben aber nicht an dieses Negativszenario, das an den Finanzmärkten für Verwerfungen sorgen dürfte: „Derzeitig gehen wir weiter davon aus, dass Demokraten und Republikaner rechtzeitig eine Lösung finden werden.“

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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