Devisen
Euro steigt auf Zweijahreshoch

Der Euro ist am letzten Handelstag vor Ostern gegenüber dem Dollar auf den höchsten Stand seit zwei Jahren geklettert. Die europäische Gemeinschaftswährung legte am Donnerstag teilweise auf 1,3440 Dollar zu und kostete damit knapp 0,5 Prozent mehr als im späten US-Geschäft.

HB FRANKFURT. „Wir haben hier wohl aus technischer Sicht eine wichtige Marke durchbrochen“, sagte Thomas Amend von HSBC Trinkaus & Burkardt. Psychologisch wichtig sei zudem das Überschreiten der Marke von 1,34 Dollar gewesen. Beobachter führten die starken Kursbewegungen auch auf das dünne Handelsvolumen zurück. „Vor Ostern lässt das Geschäft aber schon etwas nach, da machen auch geringe Bewegungen viel aus“, sagte Amend.

Die am Nachmittag veröffentlichten Daten zur Beschäftigungssituation in den USA seien nur etwas schwächer gewesen als erwartet. Sie hätten aber vor dem für Freitag erwarteten monatlichen US-Arbeitsmarktbericht einige Händler nervös gemacht.

Nach den Feiertagen dürfte die Gemeinschaftswährung weiter zulegen. „Ich glaube, dass es in einer Range zwischen 1,33 und 1,36 Dollar weitergeht“, sagte ein Börsianer. Händler führten das neue Hoch auch auf die Zinsentscheidung der Bank of England (BoE) zurück, die ihren Leitzins am Donnerstag wie erwartet bei 5,25 Prozent unverändert ließ.

„Bewegung kommt eher aus dem Pfund heraus, die Eigenbewegung des Euro ist gleich Null“, sagte ein Händler. Das britische Pfund gab nach der Entscheidung knapp 0,5 Prozent auf 1,9670 Dollar nach. Zum Euro verlor der Sterling knapp 0,6 Prozent. An den Finanzmärkten wurde darauf spekuliert, dass die BoE ihre Zinsen im Mai anheben wird.

Die Analysten der Helaba rechneten zumindest noch im laufenden zweiten Quartal mit einer Zinserhöhung der Zentralbank. Die Inflationsrate in Großbritannien liege über der Zielmarke von 2,0 Prozent, die Einkaufsmanagerindizes belegten eine gute Stimmung unter den Unternehmen, und der Immobilienmarkt sei weiter eine Konjunkturstütze, hieß in einem Marktkommentar.

Unterstützend für den Euro wirkten sich zudem Aussagen von EZB-Ratsmitglied Nout Wellink aus, der wegen des deutschen Aufschwungs Inflationsrisiken für die Euro-Zone sieht. Analysten erwarten, dass die EZB ihren Leitzins bis Juni auf 4,0 von derzeit 3,75 Prozent anhebt, um die Inflation in Schach zu halten. Der EZB-Leitzins sei auch nach dem jüngsten Zinsschritt Anfang März immer noch niedrig im historischen Vergleich, sagte Wellink.

Im Referenzkursverfahren EuroFX wurde der Kurs des Euro mit 1,3364 (Mittwoch 1,3353) Dollar festgelegt. Die EZB ermittelte den Referenzkurs mit 1,3373 (1,3352) Dollar. Der Yen stabilisierte sich nach den Kursverlusten der vergangenen Tage. Der Dollar notierte um 118,80 Yen. Der Euro wurde um 159,20 Yen gehandelt.

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