Devisen
Euro verteidigt Vortagesgewinne

Der Euro hat seine kräftigen Vortagesgewinne am Donnerstag verteidigt und ist um die Marke von 1,26 Dollar gependelt. Gesprächsthema Nummer eins am Devisenmarkt war erneut die Entwicklung der US-Zinsen.

HB FRANKFURT. „Da die Fed eine fallweise Zinsentscheidung anhand der jüngsten Wirtschaftszahlen propagiert hat, sollte das Hin und Her in punkto Zinsfantasie noch erhalten bleiben“, sagte Analyst Christian Pohl von der FXdirekt Bank. Sein Kollege Ulrich Wortberg von Helaba Trust betonte: „Die Futuremärkte messen einer Leitzinserhöhung für die nächste FOMC-Sitzung Anfang August nur noch eine Wahrscheinlichkeit von gut 50 Prozent bei. Vor der Bernanke-Rede lag die Erwartung bei knapp 80 Prozent.“

US-Notenbankchef Ben Bernanke hatte am Mittwoch im Rahmen der halbjährlichen Anhörung vor dem US-Kongress unter anderem gesagt, er rechne mit einer Abkühlung der US-Konjunktur und einem nachlassenden Preisdruck. Anleger hatten dies als Hinweis auf ein baldiges Ende oder zumindest eine Unterbrechung des aktuellen Zinserhöhungszyklus gewertet und massiv Dollar verkauft. In den vergangenen beiden Jahren hat die US-Notenbank (Fed) kontinuierlich an der Zinsschraube gedreht und den Schlüsselsatz 17 Mal in Folge um je 25 Basispunkte auf 5,25 Prozent angehoben.

Vom zweiten Tag der Bernanke-Anhörung versprachen sich Börsianer allerdings keine neuen Hinweise auf die US-Zinspolitik. „Er wird es voraussichtlich so halten wie sein Vorgänger Alan Greenspan und seine gestrigen Äußerungen wiederholen“, sagte ein Händler.

Zum Schweizer Franken bewegte sich der Dollar am Donnerstag ebenfalls kaum. Die US-Währung kostete am Vormittag 1,2463 Franken.

In Großbritannien fachte der unerwartet kräftige Anstieg der Einzelhandelsumsätze die Spekulationen um weitere Zinserhöhungen der Bank von England weiter an. Das Pfund verteuerte sich auf bis zu 1,8479 Dollar. Zum Euro kletterte es auf ein Monatshoch von 1,4655 Euro. Japaner mussten für ein Pfund Sterling zeitweise 215,66 Yen bezahlen - so viel wie seit der Asienkrise 1998 nicht mehr. Der Umsatzanstieg des britischen Einzelhandels lag im Juni mit 0,9 Prozent zum Vormonat mehr als doppelt so hoch wie von Analysten vorhergesagt.

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