Devisen
Euro wartet auf den nächsten EU-Gipfel

Die Devisen-Märkten setzen weiter große Hoffnung in den Euro-Gipfel in Brüssel. Das hob den Euro aber nur kurz über die Marke von 1,39 Dollar. Als sicherer Hafen gelten weiterhin Bundesanleihen.
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HongkongDevisenanleger haben die jüngsten Verhandlungen europäischer Politiker als Fortschritt gewertet. Sie stellten sich darauf ein, dass auf dem nächsten EU-Gipfel am Mittwoch eine tragfähige Lösung für die Schuldenkrise gefunden wird. Dem Euro verhalf diese Einschätzung am Montag zu einem kurzzeitigen Anstieg bis auf 1,3953 Dollar. Im Verlauf fiel die Gemeinschaftswährung allerdings unter 1,39 Dollar zurück und notierte um 1,3840 Dollar auf dem Niveau des späten Vorwochengeschäfts.

„Man hofft auf den großen Wurf am Mittwoch, und von daher lässt sich im Moment niemand entmutigen“, sagte ein Händler. „Bevor aber nichts konkretes auf dem Tisch liegt, traut sich auch niemand, den Euro wirklich zu kaufen.“ Der Handel insgesamt laufe sehr schleppend, wenige Investoren agierten aktiv.

Die größten Unsicherheitsfaktoren aus Anlegersicht sind die Höhe einer griechischen Umschuldung und die daraus resultierenden Belastungen für die Banken. Die Frage bleibt auch, wie die geplante Ausweitung des EFSF-Volumens funktionieren und ob eine Ansteckung anderer wackeliger Eurostaaten vermieden werden kann.

Hinsichtlich des europäischen Rettungsfonds EFSF scheint eine Einbeziehung der Zentralbank inzwischen vom Tisch. Diskutiert werden noch die Version einer Art Teilkasko, bei der der EFSF privaten Käufern von Anleihen wackeliger Euro-Staaten garantiert, die ersten Verluste zu übernehmen. Eine zweite Variante sieht die Gründung einer Zweckgesellschaft vor, in die der EFSF, private Investoren oder auch staatliche Vermögensfonds Kapital einzahlen. Dieses Geld würde dann als Sicherheit genutzt, um weitere Gelder am Kapitalmarkt aufnehmen zu können.

„Die EU scheint einer Lösung hinsichtlich der Hebelung des EFSF und der Rekapitalisierung der Banken näher zu kommen; die kritische Frage bleibt allerdings die Höhe der griechischen Umschuldung“, sagte Währungsstratege Ian Stannard von Morgan Stanley. „Wie immer bei der EU muss die endgültige Vereinbarung abgewartet werden, aber der Optimismus ist erst einmal groß, und das könnte den Euro zunächst weiter unterstützen.“

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