Devisen
Eurokurs legt kräftig zu

Die Währung ist stark in einen Tag großer Entscheidungen gestartet. Nach einer erfolgreichen Auktion spanischer und italienischer Staatsanleihen legt der Euro deutlich zu. Nun warten Anleger auf die Sitzung der EZB..
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Frankfurt am MainNach der erfolgreichen Auktion spanischer und italienischer Staatsanleihen legt der Euro zu. Aktuell notiert die Gemeinschaftswährung bei 1,275 US-Dollar. Zum Vergleich: Gestern markierte die Gemeinschafswährung noch einen Tiefpunkt von 1,26 US-Dollar. Im vergangenen Sommer war der Euro noch 1,45 US-Dollar wert.  

Für Erleichterung sorgte eine erfolgreiche Anleiheauktion Spaniens. Das Land brachte konnte sich knapp zehn Milliarden Euro mit einer Laufzeit von drei bis vier Jahren leihen. Das war knapp doppelt soviel wie vorher erwartet. Der Zins war mit nur 3,38 Prozent deutlich niedriger als befürchtet.

Eine weitere Auktion wurde ebenfalls mit Spannung beobachtet. Das wegen hoher Schulden und schlapper Konjunktur unter Druck stehende Italien hat bei der ersten Anleihe-Auktion im neuen Jahr nur noch halb so hohe Zinsen zahlen müssen wie zuletzt. Bei einjährigen Papieren lag die Rendite nur noch bei 2,735 Prozent - nach 5,95 Prozent im Dezember.

Bei dreimonatigen Papieren fiel der Zins auf 1,644 Prozent und damit auf den niedrigsten Wert seit einem halben Jahr.   Insgesamt sammelte der klamme Staat mit den beiden Versteigerungen zwölf Milliarden Euro ein. Die Nachfrage war robust: Sie überstieg das angebotene Volumen um das 1,5- und 1,9-Fache. Die Märkte reagierten positiv: Die richtungsweisenden Renditen der zehnjährigen italienischen und spanischen Anleihen gingen weiter zurück auf 6,649 und 5,252 Prozent.

„Dass Spanien deutlich mehr Geld als geplant eingesammelt hat, ist sicherlich ein positives Signal“, sagte Sebastian von Koss, Anleihen-Analyst bei HBSC Trinkaus. „Allerdings sollte das nicht überschätzt werden, die Schuldenkrise ist deshalb noch nicht ausgeblendet und die Stimmung am Markt schwankt stark.“ Am Mittag dürfte zudem die EZB-Ratssitzung in den Fokus rücken. Zinsänderungen werden zwar nicht erwartet. Doch dürfte die anschließende Pressekonferenz von EZB-Chef Mario Draghi wieder mit großer Aufmerksamkeit verfolgt werden.   

Darüber hinaus bleibt das Thema Griechenland dem Markt erhalten. Die Euro-Staaten müssen für Griechenland möglicherweise noch tiefer in die Tasche greifen. Der freiwillige Beitrag der privaten Gläubiger zum Milliarden-Hilfspaket für das hoch verschuldete Land verfehle wohl die Erwartungen, sagten mehrere mit den Verhandlungen vertraute Banker zu Reuters.   

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Der permanente Kapitaltransfer im Euroraum, von Süden nach Norden, über die Leistungsbilanzüberschüsse und -defizite, ist das Problem der Eurozone.
    Automatische Sanktionen bei Haushaltdefizite, wie immer wieder von Merkel verlangt, würden diesen Kapitaltransfer nicht verringern sonder verrgrössern.
    Wichtig und richtig wären Vertragsänderungen die diese Leistungsbilanzungleichgewichte verhindern, damit die schwächere Wirtschaften nicht von den stärkeren erstickt werden. (Beispiel Italien)

  • Die Schuldenbremse ist eigentlich nur eine Ausrede Deutschlands um an die richtige Ursache des Problems, die Leistungsbilanzungleichgewichte die zu den Haushaltsdefizite führen, nicht zu rühren, weil für Deutschlands Exporte vom Vorteil.
    Die Haushaltsschuldenbremse, ohne gleichzeitige Bremse für die Leistungsbilanzdefizite, wird die defizitäre Länder in die Rezession mit enormer Arbeitslosigkeit führen, da der Staat, wegen fehlende Einnahmen, nicht mehr in der Lage ist die Notwendige Konjunktur fördernde Maßnahme zu finanzieren.

  • Die EZB wird`s schon richten......
    Fiat-Money aus der Luft erschaffen und es der Bevölkerung als Schuld unterschieben....

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