Devisen EZB-Aussagen lassen Euro unter 1,13 Dollar fallen

Die Gemeinschaftswährung fällt am Freitag das erste Mal in vier Tagen. Indem er vom Spielraum für weitere Zinssenkungen sprach, schürt der Chefvolkswirt der Euro-Zentralbank die Hoffnungen auf eine weitere Geldschwemme.
Update: 18.03.2016 - 12:31 Uhr
Der Euro hält sich stabil über 1,13 US-Dollar. Quelle: dpa
Euro - Dollar

Der Euro hält sich stabil über 1,13 US-Dollar.

(Foto: dpa)

Frankfurt/MainDer Euro ist am Freitag erstmals in vier Tagen gegenüber dem Dollar gefallen. Die europäische Gemeinschaftswährung gab um 0,4 Prozent auf 1,1268 Dollar nach. EZB-Direktoriumsmitglied Peter Praet hatte gesagt, dass die Europäische Zentralbank weiterhin Spielraum für Zinssenkungen habe. Die EZB könne die Zinsen senken, wenn neue negative Schocks auftauchen, die den Konjunkturausblick in der Region verschlechtern würden, sagte Praet, der auch Chefvolkswirt der Notenbank ist, in einem Interview mit La Repubblica. „Wir haben die physische Untergrenze“ für die Zinsen noch nicht erreicht, erklärte Praet.

Wo das politische Risiko am größten ist
Weltkarte der politischen Risiken
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Der anhaltend niedrige Ölpreis stellt für Investoren in ölabhängigen Ländern wie Irak, Libyen, Russland und Venezuela, die ohnehin schon als instabil gelten, das größte politische Risiko im Jahr 2016 dar. Zu diesem Schluss kommt der Versicherungsmakler Aon Risk Solutions bei der Präsentation seiner Weltkarte der politischen Risiken 2016.

Libyen
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Das Nachbarland Ägyptens zählt zu den Staaten, in denen es das politische Risiko am größten sind. Aon hat das politische Risiko in 162 Ländern und Territorien gemessen. Bewertet werden Risiken im Zusammenhang mit Devisentransfer, hoheitlichen Zahlungsausfällen, politischen Einflussnahmen, Schwierigkeiten in der Beschaffungskette, rechtlichen und regulatorischen Vorschriften, politischer Gewalt, der relativen Schwierigkeit von Handelstätigkeiten in einem Land, der Anfälligkeit des Bankensektors und der Fähigkeit von Regierungen, über Konjunkturpakete in das Wirtschaftsgeschehen einzugreifen. In jeder einzelnen Risikokategorie und in der Gesamtbewertung wird jedes Land mit Low (niedrig), Medium-Low (mittel-niedrig), Medium (mittel), Medium-High (mittel-hoch), High (hoch) oder mit Very High (sehr hoch) bewertet.

Irak
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Ein Mitarbeiter einer Ölraffinerie an der Grenze zwischen Irak und Iran: „Da es keine Anzeichen dafür gibt, dass der Ölpreis in absehbarer Zeit auf das frühere Niveau steigen wird, werden die Turbulenzen in vielen ölproduzierenden Staaten bestehen bleiben oder sich sogar verschlechtern“, sagt Silja-Leena Stawikowski, Expertin für politische Risiken.

Venezuela
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„Der schwächere Ölpreis verschärft Devisentransferrisiken, übt Druck auf Unternehmen aus und entmutigt Investoren. Gleichzeitig erhöhen schwächere Umsätze das Staatsausfallrisiko“, erklärt Stawikowski die schwierigen Bedingungen, mit denen Wirtschaftsleute in den betroffenen Ländern konfrontiert werden. Die Lücken in den Staatshaushalten würden sich vergrößern, die Banken seien unter Druck. Das Ergebnis sei eine anhaltende Kreditklemme in den Golfstaaten, den GUS-Ländern und in den ölproduzierenden afrikanischen Staaten. In Venezuela stehen Ölexporte für 95 Prozent aller Ausfuhren. Für einen ausgeglichenen Haushalt benötigt das südamerikanische Land einen Ölpreis von Venezuela etwa benötigt einen Ölpreis von knapp 120 Dollar je Barrel (159 Liter).

Konflikte in Afrika
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Ein von dem nigerianischen Militär zerstörten Auto der Terrormiliz Boko Haram: Besondere Sorgen bereiten der Aon-Expertin Stawikowski die Konflikte zwischen Ländern und Terrororganisationen im Nahen Osten und in Afrika – Regionen, in denen die Auswirkungen niedriger Ölpreise ohnehin stark spürbar seien. Doch nicht nur in Nigeria herrschen diesbezüglich horrorähnliche Bedingungen. Auch in Ländern wie Somalia, in denen seit Jahren Bürgerkrieg den Alltag der Einwohner bestimmt, werden schwere Kriegs- und Menschenrechtsverbrechen begangen. „Extremistische Gruppen wie der IS und Boko Haram erzeugen hier eine hohe politische Gewalt. Sie nutzen die durchlässigen Grenzen und schwachen Institutionen im Nahen Osten und in Afrika für ihre Zwecke aus und gefährden...

Afrika
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...die dortige Wirtschaft.“ Die ölproduzierenden Nationen müssten dann einen Ersatz für entgangene Einnahmen finden – häufig durch Steueranpassungen. Das Problem: „In vielen Ländern dürften höhere Steuern zu weiteren politischen und wirtschaftlichen Belastungen führen“, sagt Stawikowski.

Russland
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Das Land um den Kreml gehört zu den Top-Ländern, was das politische Risiko angeht. Auch ist der niedrige Ölpreis ein Grund dafür genauso wie die schwache Wirtschaft durch die westlichen Sanktionen gegen Wladimir Putin. Der russische Finanzminister Anton Siluanow schätzte im Januar 2016, dass dem Haushalt des Landes en 36-Milliarden-Euro Defizit droht. Grund ist der gefallene Ölpreis.

Der Dollar hatte in dieser Woche nachgegeben, nachdem die Federal Reserve den Pfad für die US-Zinsen nach unten korrigierte. Für die Woche steuert der Euro auf ein Plus von 1,1 Prozent zu, der dritte Wochenanstieg in Folge zum Dollar.

Der Schweizer Franken stieg zum Euro um 0,2 Prozent auf 1,09361 Franken und büßte zum Dollar 0,3 Prozent auf 97,02 Rappen ein. Der japanische Yen zog zum Euro um 0,4 Prozent auf 125,54 Yen ein und war zum Dollar wenig verändert bei 111,36 Yen.

  • Bloomberg
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