Devisen: EZB-Geldflut belastet den Euro

Devisen
EZB-Geldflut belastet den Euro

Die EZB wird ab März im Stile der Federal Reserve monatlichen Staats- und Unternehmensanleihen aufkaufen. Was die Börsen erfreut, belastet den Euro. Die europäische Gemeinschaftswährung rutscht unter 1,15 Dollar.
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Mario Draghi packt die Bazooka aus. Er will die Märkte mit monatlichen Bondkäufen in Höhe von 60 Milliarden Euro fluten, um die Deflation im Euro-Raum zu bekämpfen. Die beschlossenen Maßnahmen übertrafen die Erwartungen der Ökonomen und belasten den Euro. Die Währung gab 1,2 Prozent nach auf 1,1473 Dollar.

Das Anleihekaufprogramm soll bis September 2016 laufen. „Es wird in jedem Fall so lange ausgeführt, bis wir eine nachhaltige Anpassung in der Entwicklung der Inflation sehen, die im Einklang steht mit unserem Ziel, mittelfristig Inflationsraten von unter, aber nahe zwei Prozent zu erreichen“, sagte EZB-Chef Mario Draghi am Donnerstag in Frankfurt. Insgesamt werden den Märkten dadurch über eine Billionen Euro zusätzlich zur Verfügung gestellt.

„Die positivste Wirkung auf die Konjunktur dürfte die Abwertung des Euros haben. Diese kommt einem kleinen Konjunkturprogramm gleich. Darüber hinaus dürften sich die Auswirkungen in Grenzen halten“, erklärt Johannes Müller, Chief Investment Officer Wealth Management Germany der Deutschen Asset & Wealth Management. „Für den Euro rechnen wir mit einer Fortsetzung der Abwertung gegenüber dem US-Dollar. Dies stellt eine Unterstützung für die Unternehmensgewinne in der Eurozone und damit für den Aktienmarkt dar. Der Rückgang der Renditen am Rentenmarkt war neben der Spekulation auf EZB Maßnahmen hauptsächlich durch rückläufige Inflationsraten und Inflationserwartungen bedingt. Da sich dieser Trend kurzfristig nicht umkehren wird, erwarten wir auf Sicht auch noch weiter freundliche Rentenmärkte.“

Stefan Bieler, Chefvolkswirt der DZ Bank, kritisierte: „Die EZB hat das seit langem erwartete Staatsanleihekaufprogramm beschlossen. Die realwirtschaftlichen Effekte für Wachstum und Inflation dürften sehr überschaubar bleiben. Die Finanzmärkte gaben und geben sich mit Hingabe der Geldillusion hin – mehr Geld soll auch mehr helfen. Doch was kommt danach?“. DIHK-Hauptgeschäftsführer, Martin Wansleben, sieht das ähnlich: „Die EZB ist zum Gefangenen der eigenen Ankündigungen geworden. Sie hat ohne Not nun ihren letzten Trumpf ausgespielt. Dabei überwiegen eindeutig die Risiken. Die Gefahr von Spekulationsblasen an den Finanzmärkten wird weiter steigen.“

Mit dem sogenannten Quantitative Easing (QE) soll die drohende Deflation, eine Spirale fallender Preise und rückläufiger Investitionen, abgewendet werden. Experte Edler geht davon aus, dass die USA eine langfristige Schwäche des Euro zum Greenback in Kauf nehmen, „um die fragile europäische Wirtschaft nicht durch einen importierten Zinsschock weiter zu schwächen“.

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Kommentare zu " Devisen: EZB-Geldflut belastet den Euro"

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  • Alle Vertraege und Pakte werden gebrochen. Alles Makulatur!
    Die einzige Regel, die gilt: Alle Staaten im Euro halten und den Euro mit allen Mitteln retten.

    Der Euro verkommt zu einer Ramsch- und Weichwaehrung!

    Der deutsche Michel wacht erst dann auf und revoltiert, wenn Schulden anderer Staaten fuer ihn direkt spuerbar werden, z.B in Form eines “Eurosoli” fuer ueberschuldetete Staaten.

    Solange die Politik und die EZB das gigantische Ausmass der Krise vor den Deutschen verschleiern und verstecken koennen, wird es immer wieder zu Geldschoepfungsaktionen der EZB kommen, die zu Kollapsverzoegerungen fuehren:
    Schuldenschnitte, Schenkungen, Stundungen von Krediten auf 99 Jahre bei Billigstzinsen.

    Wir koennen davon ausgehen, dass die EZB zusammen mit der europaeischen Politik die aeusserst trickreiche und hochinnovative Geldschoepfungsproduktivitaet – Geldschoepfung ex nihilo – weiterfuehren wird.

    Dieser unendliche Geldzauber wird fuer Deutschland schwere Nachteile bringen, nicht ploetzlich, sondern schleichend, ueber Jahre verteilt. Die deutsche Wirtschaft wird an Effizienz, Produktivitaet, Innovationsfaehigkeit und internationaler Wettbewerbsfaehigkeit einbuessen. Auch Deutschland wird aermer, langsam aber sicher.

    Die Lirarisierung desw Euro und die Mezzogiornosierung der Euro-Zone nimmt Fahrt auf!

    Noch etwas:
    Der Euro schmiert ab! Er faellt ins Bodenlose!
    Unter der EZB-Praesidentschaft des Hollaenders Wim Duisenberg gab es 50 – 52 Baht fuer den Euro.
    Unter dem Franzosen Jean-Claude Trichet bekam 40 Baht fuer einen Euro.
    Jetzt unter dem Italiener Mario Draghi sinkt der Euro auf unter 38 Baht und faellt weiter.
    Na fabelhaft. Das ist eine echte Erfolgsgeschichte! Da kann man nicht meckern.
    Die Namen der Herren stehen fuer die Mentalitaet dieser Laender.

    Live aus dem Glutofen Bangkok
    Bakwahn
    Hamburg Bangkok Duesseldorf

  • Gegenreaktion bei 1,10 glaub ich nicht. Der Euro geht auf Pari und noch leicht darunter. 2002 als es die neuen Scheine und Münzen gab, war der Kurs bei 0,86.

    Wir werden Kurse sehen wie etwa im Jahr 2000 im Bereich
    0,80-0,90

  • Was die Börsen erfreut, belastet den Euro. Die europäische Gemeinschaftswährung rutscht unter 1,15 Dollar.

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    EUROPA MACHT WEITERHIN " SINNLOSE SCHULDEN " !!!

    Bezahlen wird alles die 500 Millionen Europäer !!!

    Keinen einzigen Arbeitsplatz werden diese Gelder in Europa beschaffen !!!

    Und alles gilt erst ab März 2015...

    wenn in Italien im März 2015 der VESUV hoch geht...

    dann wird es sowieso nichts umgesetzt werden...

    dann hat Europa andere Sorgen.


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