Devisen: Fed-Protokoll lässt Euro-Kurs fallen

Devisen
Fed-Protokoll lässt Euro-Kurs fallen

Aus einem Protokoll der US-Notenbank geht hervor, dass einige Mitglieder das US-Anleihekaufprogramm früher beenden wollen als gedacht. Das würde den Dollar stärken. Anleger lassen den Euro fallen.
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SydneyDer Euro hat seine Talfahrt vom Vortag weiter fortgesetzt. Am Donnerstagmorgen erreichte die Gemeinschaftswährung bei 1,3234 US-Dollar den tiefsten Stand seit Mitte Januar. Im frühen Handel erholte sich die Gemeinschaftswährung etwas und stand zuletzt bei 1,3262 Dollar. Am Vortag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Euro-Referenzkurs auf 1,3370 (Dienstag: 1,3349) Dollar festgesetzt.

Auslöser für die starke Kursbewegung am Devisenmarkt war das Protokoll der letzten Zinssitzung der US-Notenbank (Fed), das am späten Mittwochabend veröffentlicht wurde. Die Mitschrift weckte an den Finanzmärkten neue Spekulationen über ein vorzeitiges Ende der Anleihekäufe durch die Fed. Daraufhin legte der Dollar stark zu, und im Gegenzug rutschte der Kurs des Euro. Derzeit kauft die US-Notenbank noch jeden Monat Wertpapiere in einem Volumen von insgesamt 85 Milliarden Dollar, um die Konjunktur stärker in Schwung zu bringen.

Auch der Yen gab gegenüber dem Dollar auf Kurse von 93,43 Yen nach. Ein Dollar kostete 0,9292 Schweizer Franken und ein Euro 1,2323 Franken.

Das Protokoll der Januar-Sitzung deute ein Umdenken innerhalb der Notenbanker an, schrieb Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann in einem Kommentar. Für den Dollar wäre das das ideale Szenario: Denn momentan sei der größte Belastungsfaktor für den Greenback die Tatsache, dass sich die Fed wesentlich expansiver verhalte als ihre großen Schwesterinstitute in Europa und Japan. Ein Politikwechsel würde eine grundsätzliche Neubewertung der Dollar-Wechselkurse - in Richtung eines stärkeren Dollars - nötig machen.
Etwas Unterstützung könnte der Euro im Tagesverlauf allerdings von den Einkaufsmanagerindizes aus der Euro-Zone erhalten. Sollte es Signale für eine Erholung der Konjunktur in der Währungsunion geben, könnte dies den angeschlagenen Euro-Kurs etwas entlasten. „Insgesamt erwarten wir, dass das Szenario einer konjunkturellen Wende in Europa untermauert wird“, schreibt Helaba-Analyst Ralf Umlauf in einem Kommentar.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Was will er uns mit seinem Sermon hier erzählen?
    Geht`s noch gut?

  • Pardon, doppeltes Posting aufgrund verzögerter Freischaltung!

  • a propos Protokolle: Erreichen sich BVerfgG und EZB?

    Zunächst das übliche Lebenszeichen, der Würger scheint aktuelle nicht unterwegs zu sein.

    http://central.banktunnel.eu/20130221-0735-ecbint-pROOF-OF-LIFE.jpg

    Warum sendet das Bundesverfassungsericht Post an Uralt-Adressen von denen aus es niemals angeschrieben wurde?

    http://central.banktunnel.eu/20120915-bverfg-adresse.jpg

    Wie kommt es daß die Einschreiben-Rückscheine (Empfangsbestätigungen) des Bunderverfassungesgerichts so seltsam aussehen.

    http://central.banktunnel.eu/20120915-bverfg-adresse-1.jpg
    http://central.banktunnel.eu/20120915-bverfg-adresse-2.jpg

    Ist der Postwege von Frankfurt a.M. an der EZB nach Karlsruhe wirklich sicher?

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