Devisen Fed überrascht Dollar-Anleger

Der Dollar steht unter Druck. Grund dafür ist die Entscheidung der Fed, ungebremst ihre konjunkturstützenden Maßnahmen fortzusetzen. Der Greenback fällt auf den tiefsten Stand seit sieben Monaten.
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Der Dollar steigt nach seinem Einbruch wieder. Viele Anleger hatten eher auf eine drosselnde Geldpolitik der Fed gesetzt. Quelle: dpa

Der Dollar steigt nach seinem Einbruch wieder. Viele Anleger hatten eher auf eine drosselnde Geldpolitik der Fed gesetzt.

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SydneyDie überraschende Fed-Entscheidung zur ungebremsten Fortsetzung ihrer konjunkturstützenden Maßnahmen hat den Dollar kräftig unter Druck gesetzt. Die Fed habe viele Anleger auf dem falschen Fuß erwischt, die auf eine Drosselung gesetzt hätten, sagten Händler.

Der Greenback fiel nach der Entscheidung auf den tiefsten Stand seit sieben Monaten auf das Niveau, das dem er schon gelegen hatte, bevor Fed-Chef Ben Bernanke erstmalig den Einstieg in den Ausstieg aus dem Anleihe-Aufkaufprogramm in Erwägung gezogen hatte. Die Fed versuche nun, "den Geist wieder zurück in die Flasche zu bekommen", sagte Philip Marey von der Rabobank.

Der Euro hat am Donnerstag seine starken Gewinne halten können. Im frühen Handel kostete die Gemeinschaftswährung 1,3530 US-Dollar, nachdem sie am Mittwochabend einen Sprung von fast zwei Cent hingelegt hatte. Ein Dollar notierte mit 0,7388 Euro deutlich tiefer. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Euro-Referenzkurs am Mittwochmittag auf 1,3352 (Dienstag: 1,3356) Dollar festgesetzt.

Fed-Chef Ben Bernanke hatte deutlich gemacht, dass die Fed die Wirtschaft noch nicht für robust genug hält, um ihre monatlichen Wertpapierankäufe über 85 Milliarden Euro langsam zurückzufahren. Ob die Zentralbank noch in diesem Jahr damit beginnen könnte, ließ er offen.

Die US-Notenbank habe die Marktteilnehmer mehr als überrascht, urteilte Helaba-Analyst Ralf Umlauf in einem Kommentar. Michelle Girard, Volkswirtin bei der UBS, erklärte, die Entscheidung der Fed könnte die Tür für eine langanhaltende ultralockere Geldpolitik eröffnen. "Und das wiederum könnte auch bedeuten, dass die Zinsen erst später angehoben werden."

An den Finanzmärkten profitierten nahezu alle Anlageklassen. Besonders heftig war die Reaktion in den Schwellenländern, die in den Monaten zuvor am stärksten unter der erwarteten geldpolitischen Wende in den USA gelitten hatten.

Zum Yen sackte der Dollar auf 98,32 Yen ab. Der Schweizer Franken notierte bei 0,9125 Franken je Dollar und 1,2340 Franken je Euro.

  • rtr
  • dpa
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