Devisen
Gewinnmitnahmen drücken Euro unter 1,28 Dollar

Der Euro hat in einem ruhigen Geschäft am Montag die Kursgewinne wieder abgegeben, die er in Reaktion auf einen unerwartet schwachen US-Arbeitsmarktbericht am Freitag eingefahren hatte.

HB FRANKFURT. Die Gemeinschaftswährung notierte am Nachmittag um die 1,2750 Dollar, nachdem sie im frühen Geschäft noch um die 1,2816 Dollar gehandelt worden war.

„Offensichtlich haben die Anleger gemerkt, dass nicht genügend Schwung im Markt ist, um über die 1,2865 Dollar vom Freitag hinauszukommen, und dementsprechend nehmen sie ihre Gewinne jetzt mit“, sagte ein Händler.

Die Zahl der in den USA neu geschaffenen Stellen außerhalb der Landwirtschaft war im Juni deutlich hinter den Prognosen zurückgeblieben. Erwartungen bezüglich weiterer US-Zinserhöhungen wurden dadurch gedämpft. „Zweifellos befindet sich die (US-Notenbank) Fed mit ihrer Straffungspolitik in den letzten Zügen, während die EZB gerade erst Fahrt aufgenommen zu haben scheint“, kommentierte HVB-Devisenanalyst Armin Mekelburg. Noch fehle am Markt allerdings die letzte Überzeugung, ergänzte er. Schließlich sei auch schon im Januar über ein Ende der Fed-Zinserhöhungen spekuliert worden. „Inzwischen haben wir Juli und drei weitere Zinserhöhungen hinter uns.“ Die US-Notenbank hat in ihrem inzwischen nahezu zweijährigen Zinserhöhungszyklus den Leitzins in der weltgrößten Volkswirtschaft von 1,0 auf aktuell 5,25 Prozent angehoben.

Dass die Zinsen in der Euro-Zone voraussichtlich bereits Anfang August weiter steigen werden, daran hatte die EZB am Donnerstag wenig Zweifel gelassen. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet sprach mehrfach von hoher Wachsamkeit bezüglich der Preisstabilität und erklärte, die Mitglieder des Zentralbankrates würden sich trotz der Sommerpause persönlich treffen. Marktexperten werteten dies als klaren Hinweis für einen anstehenden Zinsschritt.

Die EZB legte am Mittag den Euro-Referenzkurs mit 1,2752 (Freitag: 1,2778) Dollar fest. Im Referenzkursverfahren der Banken EuroFX wurde der Wert des Euro mit 1,2741 (1,2773) Dollar ermittelt.

Zum japanischen Yen pendelte sich der Dollar im Verlauf um die 113,80 Yen ein, nachdem er im frühen Geschäft bis auf 113,36 Yen gefallen war. „Der Yen profitiert von der erwarteten Zinserhöhung“, sagte Devisenexperte Matthias Grabbe von der BHF Bank. Nach zuletzt robusten Konjunkturdaten gehen Analysten inzwischen mehrheitlich davon aus, dass die Bank of Japan am Freitag ihre nahezu sechsjährige Null-Zins-Politik aufgeben und den Leitzins auf 0,25 Prozent anheben wird.

Auch der am vergangenen Freitag auf „positiv“ von „stabil“ verbesserte Ausblick für die mit A2 bewerteten langfristigen chinesischen Devisenanleihen durch die Ratingagentur Moody's gebe dem Yen Rückenwind, ergänzte Grabbe.

Zum Schweizer Franken stieg die US-Währung auf 1,2285 Franken.

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