Devisen
Horrormonat für den Dollar

Noch vor einen halben Jahr sollte ein Dollar so viel Wert sein wie ein Euro. Davon kann jetzt keine Rede mehr sein. Warum der Greenback abschmiert – und was die US-Notenbank Fed damit zu tun hat.

Den März werden Devisen-Anleger wohl nicht so schnell vergessen. Der Monat, der für Ostern, Frühlingsanfang und die ersten Obstblüten steht, bescherte Dollar-Spekulanten üppige Verluste. Der Greenback verlor deutlich gegenüber allen wichtigen Weltwährungen. Der März ist sogar der schwächste Monat für den Dollar seit fünf Jahren.

Das zeigt etwa der Blick auf den Bloomberg Dollar Spot Index, der die US-Währung mit zehn weiteren Währungen vergleicht. Seit Anfang März verlor der Dollar im Vergleich zu diesem Währungskorb gut 3,5 Prozent. Im April 2011 waren die Verluste des Dollar zuletzt noch höher.

Für einen Euro gibt es aktuell 1,13 US-Dollar. Ende November vergangenen Jahres lag der Kurs noch bei 1,06 US-Dollar. Die Abwertung der Weltleitwährung kam für viele Marktbeobachter überraschend.

Nach der ersten Zinserhöhung der US-Notenbank Federal Reserve im vergangenen Jahr rechneten die meisten Marktbeobachter mit einem Anstieg des Dollar. Institute wie die Deutsche Bank oder Goldman Sachs prognostizierten sogar mit einer Parität zwischen Euro und Dollar.

Doch dann ruderte die Fed zurück. Seit der Zinswende im Dezember gab es keine weiteren Schritte. Seit gestern Abend rechnet kein Marktteilnehmer mit einem schnellen Anstieg der US-Leitzinsen mehr. Vor dem Economic Club of New York erklärte Fed-Präsidentin Janet Yellen klar und deutlich: „Given the risks to the outlook, I consider it appropriate for the Committee to proceed cautiously in adjusting policy.“

Die freie Übersetzung dieses für alle Geldanleger weltweit wichtigen Satzes lautet: Mit Blick auf die Risiken wegen einer weltweit schwächeren Konjunktur sei es angemessen für die US-Währungshüter, bei der Anhebung der Leitzinsen vorsichtig vorzugehen. Das ökonomische Umfeld weltweit, die Finanzmärkte und auch die Rohstoffmärkte müssten sich erst stabilisieren, dann handelt die Fed. Yellen sorgte mit ihrem Auftritt für Klarheit am Markt. Ihr Ziel scheint die Meinungshoheit in der Zinsdiskussion der vergangenen Tage.

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