Devisen
Ifo-Index enttäuscht Euro-Anleger

Zum fünften Mal in Folge ist der Geschäftsklimaindex im September gefallen – zur Überraschung der Analysten. Anleger ließen den Euro daraufhin hängen. Auch die Unsicherheit um Spanien spielt dabei mit.
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FrankfurtDer überraschende Rückgang des Ifo-Geschäftsklimaindex ist einigen Euro -Anlegern am Montag auf die Stimmung geschlagen. Die Gemeinschaftswährung fiel auf 1,2915 Dollar und lag damit mehr als einen halben US-Cent unter dem New Yorker Freitagsschluss.

Der Ifo-Index, der die Stimmung in den deutschen Unternehmen widerspiegelt, ging im September auf 101,4 Punkte von 102,3 Zählern zurück. Analysten hatten im Schnitt mit einem Anstieg auf 102,5 Stellen gerechnet.

"Man muss dies aber vor dem Hintergrund sehen, dass die Befragungen teilweise vor dem ESM-Urteil des Bundesverfassungsgerichtes lagen", betonte UBS-Devisenstratege Chris Walker. Dem Ifo-Institut zufolge gingen 50 Prozent der Antworten vor dem 12. September ein. An diesem Tag hatte das Gericht dem Rettungsschirm ESM grünes Licht gegeben.

"Was darüber hinaus mit dem Euro passiert, hängt sehr stark davon ab, wann Spanien Hilfen beantragt", fügte UBS-Experte Walker hinzu. "Bislang sträuben sie sich noch." Seit Wochen wird an den Finanzmärkten darüber diskutiert, ob und wann Spanien unter den Rettungsschirm schlüpft. Damit würde das Land die Vorbedingung für unterstützende Anleihekäufe durch die Europäische Zentralbank (EZB) erfüllen. Bislang hat das Land lediglich Geldspritzen für seinen maroden Bankensektor beantragt.

Die Verunsicherung beim Thema Spanien treibe Anleger wieder in die als sicher geltenden Bundesanleihen, sagte Rabobank-Volkswirt Elwin de Groot. Der Bund-Future stieg um 21 Ticks auf 140,21 Punkte. Nach Einschätzung von Chris Scicluna, Chef-Volkswirt bei Daiwa Capital Markets, ist ein Ausverkauf spanischer Titel vorerst nicht zu befürchten. "Jede Reform-Ankündigung, die zu denjenigen Bedingungen passt, die bei einem Hilfsantrag erfüllt werden müssen, ist voraussichtlich ein weiterer Schritt in Richtung der Unterzeichnung eines solchen Hilfe-Ersuchens." Die Rendite der richtungsweisenden zehnjährigen Staatsanleihe lag kaum verändert bei 5,78 Prozent.

Unabhängig davon legte die japanische Währung am Montag zu. Dollar und Euro verloren 0,2 Prozent auf 78,01 Yen beziehungsweise 0,6 Prozent auf 100,78 Yen. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, müsse mit einer Intervention der japanischen Notenbank gerechnet werden, sagten Börsianer. Die Lockerung der Geldpolitik in der vergangenen Woche sei ein Zeichen dafür, dass die Bank of Japan gegen eine weitere Aufwertung ankämpfen wolle, um der exportabhängigen heimischen Wirtschaft unter die Arme zu greifen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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