Devisen im neuen Jahr: Wetten auf Lateinamerika

Devisen im neuen Jahr
Wetten auf Lateinamerika

Fast alle lateinamerikanischen Währungen haben 2013 abgewertet. Investoren erwarten eine Fortsetzung dieses Trends und wollen an fallenden Wechselkursen verdienen. Dabei steht ein Land im Fokus der Spekulanten.
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DüsseldorfAusländische Investoren wetten darauf, dass die schwächste Entwicklung lateinamerikanischer Währungen seit 2008 sich auch im kommenden Jahr fortsetzen wird. Zum einen leiden die Devisen darunter, dass die Preise, die sich für exportierte Rohstoffe erlösen lassen, fallen, zum anderen locken steigende Anleiherenditen in den USA Anlagekapital weg.

Der Bloomberg JP Morgan Latin America Currency Index, der die sechs meistgehandelten Devisen der Region erfasst, ist in diesem Jahr um 9,6 Prozent gefallen. Am 27. Dezember lag er bei 94,5 und damit nur knapp ein Prozent über einem Vierjahres-Tief. Internationale Investoren erhöhten ihre Wetten auf einen anhaltenden Wertverlust des brasilianischen Real in der vergangenen Woche auf den Rekordwert von 21,7 Milliarden Dollar.

Die einzige Währung der Region, der nach einer Umfrage des Nachrichtendienstes Bloomberg unter Analysten im kommenden Jahr weitere Verluste erspart bleiben werden, ist der mexikanische Peso. Unter den meistgehandelten Währungen Lateinamerikas gab es keine einzige, die 2013 nicht abgewertet hätte. Erstmals seit fünf Jahren waren die Rohstoffpreise übers Jahr gesehen gefallen.

Gleichzeitig kletterten die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen angesichts des Vorstoßes der US-Notenbank zur Rücknahme des geldpolitischen Stimulierungsprogramms auf ein Zweijahreshoch. In Argentinien und Chile wird das Wirtschaftswachstum sich im kommenden Jahr nach Auffassung von Bloomberg befragter Analysten verlangsamen; in Brasilien wird die Erholung ins Stocken geraten.

„Es gibt einen Paradigmenwechsel steigende Zinsen und negatives Exportwachstum zu einer Zeit, in der der Rohstoffzyklus an seinem Ende angelangt ist”, sagte der Devisenstratege Gustavo Arteta von der Schweizer Großbank UBS. „Die Länder der Region müssen sich den geänderten Gegebenheiten stellen.”

Die Volkswirtschaften Lateinamerikas expandieren so langsam wie seit vier Jahren nicht mehr, denn der seit zehn Jahren herrschende Rohstoffboom lässt nach. Erstmals seit 2008 sind übers Jahr die Rohstoffpreise gesunken, und zwar um 0,7 Prozent, wie der Standard & Poor's GSCI Index zeigt. Im Mittel prognostizieren von Bloomberg befragte Analysten den Ländern der Region für 2014 ein Wachstum von 2,88 Prozent. Das ist zwar mehr als die 2,38 Prozent des Jahres 2013, aber immer noch deutlich weniger als die 6,4 Prozent, die das Jahr 2010 brachte.

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