Devisen
Investoren erwarten Irlandhilfen – der Euro steigt

Fortschritte in den Verhandlungen um ein Hilfspaket für Irland haben am Freitag das Vertrauen in den Euro gestärkt. Nach langwierigen Verhandlungen zwischen der EU, dem Internationalen Währungsfonds und Irland zeichnet sich inzwischen eine Lösung ab. Der Euro steigt.
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HB FRANKFURT. Die Gemeinschaftswährung stieg bis auf 1,3731 (spätes Vortagesgeschäft:1,3641) Dollar. Die Angst der Investoren, dass Irland schon in Kürze zahlungsunfähig sein könnte, hatte den Euro noch am Dienstag unter 1,35 Dollar gedrückt.

Nach langwierigen Verhandlungen zwischen der EU, dem Internationalen Währungsfonds und Irland zeichnet sich inzwischen eine Lösung ab. Ein Plan für milliardenschwere Finanzhilfen wird Kreisen zufolge in der kommenden Woche stehen. Allerdings sperrt sich die irische Regierung weiter gegen strenge Auflagen, vor allem gegen eine Anhebung der Unternehmensteuer. "Die Einigung mit der EU auf Hilfsmaßnahmen für die angeschlagenen irischen Banken kann eine merkliche Entspannung zur Folge haben", hieß es in einem Kommentar der Helaba. Händlern zufolge hielten sich dennoch Zweifel im Markt, inwieweit die Schuldenprobleme in der Eurozone dann tatsächlich aufgefangen wären. "Wenn sich die Märkte nach der Irland-Rettung nicht dauerhaft beruhigen, steht mit Portugal aller Voraussicht nach der nächste Kandidat bereit", sagte ein Händler.

Der Euro notierte am Nachmittag bei 1,3680 Dollar, Händlern zufolge nahmen Investoren vor dem Wochenende ihre gerade erzielten Gewinne wieder mit.

Die Risikoaufschläge irischer, griechischer, portugiesischer und italienischer Staatsanleihen waren in den vergangenen Tagen wegen der Krise kräftig gestiegen. Damit wird es für diese Regierungen teurer, sich Geld am Kapitalmarkt zu leihen, und die Notwendigkeit, noch mehr zu sparen, nimmt zu. Am Freitagnachmittag grenzten sich die Spreads ein. Zehnjährige irische Anleihen rentierten mit 8,16 Prozent, portugiesische Papiere mit 6,9 Prozent und zehnjährige Bundesanleihen mit 2,7 Prozent. Der Bund-Future notierte unverändert bei 127,50 Zählern.

Thema am Markt war auch die erneute Straffung der Geldpolitik in China. Peking zügelt im Kampf gegen steigende Verbraucher- und Immobilienpreise erneut die Kreditvergabe. Die Ankündigung sorgte vor allem am Rohstoffmarkt für Abgabedruck, am Devisenmarkt wurde sie ohne nennenswerte Reaktion zur Kenntnis genommen. "Auf einen solchen Schritt war jeder vorbereitet, hier steht Irland derzeit im Vordergrund", sagte ein Händler. Auch die energische Verteidigung des jüngsten Anleihenkaufprogramms durch US-Notenbankpräsident Ben Bernanke sorgte zwar für Gesprächsstoff, löste aber keine größeren Kursbewegungen aus. Das langsame Wachstum, der Rückgang der Inflation und eine seit Monaten hartnäckig hohe Arbeitslosigkeit seien die Gründe für den vielfach kritisierten Schritt der Federal Reserve, sagte Bernanke auf einer Konferenz der Europäischen Zentralbank (EZB).

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  • Wenn dies so weiter geht, wird es bald lauten:
    investoren erwarten Deutschlandhilfen – EU lehnt ab - der Euro stürzt ab.

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