Devisen
Juncker: Euro-Höhenflug ist unerwünscht

Der jüngste Anstieg des Euro-Wechselkurses ist nach Aussage des unerwünscht. Die Finanzmärkte hätten die G-7-Erklärung nicht richtig verstanden, sagte der luxemburgische Ministerpräsident Jean-Claude Juncker heute. Der Eurokurs fiel daraufhin deutlich.

HB FRANKFURT. „Man muss sich erst noch an das neue Niveau gewöhnen, daher sind die Leute relativ nervös“, erklärte ein Börsianer. Die hohen Schwankungen schreckten inzwischen viele Investoren ab, warnte Uwe Janz, Devisenhändler bei MM Warburg. Die Helaba-Analysten sehen aus technischer Sicht für den Euro ein Potenzial bis auf 1,6460 Dollar. „Es gibt ziemlich viel Schwung hinter dem Euro“, erklärte Paul Robson, Währungsstratege bei RBS Global Banking. Die Gemeinschaftswährung sei so etwas wie ein sicherer Hafen im Sturm um die Kreditkrise.

Junckers Mahnung, die Märkte hätten die Botschaft des jüngsten Treffens der Finanzminister und Notenbankchefs der sieben führenden Industrieländer (G-7) nicht korrekt und vollständig verstanden, kam Händlern zufolge einigen Anlegern ganz gelegen, die ihre Gewinne mitnehmen wollten. Juncker hatte zudem erklärt, ein Kursanstieg des Euro sei nicht wünschenswert. Der Luxemburger ist auch Vorsitzender der Gruppe der Finanzminister der Euro-Zone.

Die Europäische Zentralbank (EZB) legte den Referenzkurs mit 1,5872 Dollar niedriger als am Vortag mit 1,5928 Dollar fest. Im Referenzkursverfahren der Banken (EuroFX) fiel der Euro auf 1,5924 von 1,5941 Dollar am Vortag.

Auslöser des Runs auf den Euro sind die Aussichten auf vorläufig unveränderte Zinsen in der Euro-Zone, während zugleich für die USA weitere Zinssenkungen erwartet werden. Aussagen von Bundesbankchef Axel Weber, wonach die starke Teuerung den Zentralbankern weiter Sorgen macht, stützten diese Einschätzung. Weber hatte zudem erklärt, die deutsche Wirtschaft habe die Finanzkrise und den starken Euro bislang gut weggesteckt. „Das spricht nicht gerade dafür, dass die Zinsen in der Euro-Zone herunterkommen“, sagte ein Händler.

Die Kurse der Staatsanleihen gaben am Donnerstag nach. Der Bund-Future fiel um 27 Ticks auf 114,60 Punkte. Händler führten dies auf technische Faktoren und einem Überangebot an Anleihen zurück. So verkaufte Frankreich Anleihen im Gesamtvolumen von über fünf Mrd. Euro. Auch Großbritannien warteten mit Auktionen von Staatsanleihen auf. Die Rendite der dem Bund-Future zugrundeliegenden zehnjährige Bundesanleihe kletterte in der Spitze auf 4,095 (Vortagesschluss 4,039) Prozent.

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