Devisen
Kapitalflucht stürzt Südafrikas Rand in Turbulenzen

Dem Absturz des Rand gegenüber Euro und Dollar folgte in den vergangenen Tagen die Erholung. Doch Entwarnung geben Analysten nicht. Denn die Schwäche des Rands ist auch Ausdruck einer Reihe ungelöster Probleme am Kap.

Nach seinem beispiellosen Einbruch in den vergangenen Wochen hat sich die südafrikanische Randwährung mittlerweile stark erholt und wieder Boden gegenüber Dollar und Euro gut gemacht. Lag der Umtauschkurs zum Euro vorletzte Woche auf dem tiefsten Punkt bei fast 15 Rand je Euro, hat er sich mittlerweile auf rund 12,65 Rand je Euro verbessert. Auch gegenüber dem Dollar verbesserte sich der Rand von 11,80 auf zuletzt 9,80 Rand je US-Dollar. Zuvor war die südafrikanische Lokalwährung in kurzer Zeit um rund 30 Prozent gegenüber Dollar und Euro gefallen. Insgesamt belaufen sich die Verluste des Rands gegenüber Dollar, Euro und Franken in diesem Jahr dennoch im Schnitt noch immer auf mehr als zehn Prozent.

Beobachter sehen in dem beispiellosen Niedergang der südafrikanischen Valuta zuvorderst eine direkte Folge der von der Finanzmarktkrise geschürten weltweiten Anlegerpanik - und der damit verbundenen Flucht von Anlegergeldern in die vermeintliche Sicherheit ihrer Heimatmärkte oder amerikanischer Schatzbriefe. Die Sorge, dass sich Südafrikas Rohstoffexporte wie Platin, Gold, Uran oder Chrom im Zuge einer weltweiten Rezession stark verringern und sich dieser Rückgang stark negativ auf das Wachstum am Kap auswirken könnte, hat viele Anleger zur Auflösung ihrer Randanlagen bewogen. Daran können auch die vergleichsweise hohen Zinsen am Kap nun nichts mehr ändern, die zuvor die gleichen Anleger zu einem Engagement ermuntert hatten.

Als Hochzinswährung hatte der Rand lange Zeit vom Renditehunger ausländischer Anleger im Rahmen der sogenannten Carry Trades profitiert. Dabei handelt es sich um Transaktionen, bei denen institutionelle Anleger in den USA, Europa und vor allem in Japan Kapital aufnehmen und dieses an Märkten mit höheren Zinsen investieren, vor allem in Schwellenländern. In Südafrika liegt der Zinssatz für Sparkonten aktuell bei rund 15 Prozent. Allerdings ist auch die Inflation inzwischen auf über 13 Prozent gestiegen.

Diese Engagements werden in Zeiten wachsender Unsicherheit jedoch aufgelöst, weil die durch den raschen Geldabzug bedingten Währungsverluste die erzielten Zinsgewinne komplett zunichte machen. Denn was helfen die besten Zinserträge, wenn die daraus resultierenden Gewinne von den hohen Wechselkursverlusten gleich wieder aufgefressen werden? Hatte der Rand während der nun zu Ende gegangenen Liquiditätsschwemme lange Zeit vom Zinsvorteil Südafrikas und dem hohen Risikoappetit der Anleger profitiert, ist nun das Gegenteil der Fall.

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