Devisen
Mögliche Hilfe für Irland treibt den Euro

Das Schuldendrama in Irland legt eine Pause ein. Investoren rechnen damit, dass Irland ein Hilfspaket annehmen wird. Der Euro ist wieder gefragt und auch bei irischen Anleihen greifen Käufer wieder zu.

HB FRANKFURT. Wachsende Zuversicht in der irischen Schuldenkrise hat am Donnerstag die Anleger wieder in den Euro gelockt. Die Gemeinschaftswährung kletterte auf 1,3640 Dollar und lag damit mehr als einen US-Cent über dem New Yorker Vortagesschluss. „Ich vermute, dass Irland in dieser oder der nächsten Woche irgendeine Art von Hilfspaket annehmen wird, und das dürfte den Euro in nächster Zeit stützen“, erklärte Joseph Capurso, Stratege bei der Commonwealth Bank. Irlands Zentralbankchef Patrick Monahan erklärte in einem Fernsehinterview, das Kreditvolumen von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) werde einen zweistelligen Milliardenbetrag umfassen.

Zudem trugen schwache Inflationsdaten aus den USA vom Vortag dazu bei, dass einige Anleger sich vom Dollar trennten, erklärten Händler. Gewinnmitnahmen hätten ein Übriges getan. Einige Börsianer blieben denn auch skeptisch hinsichtlich des Erholungspotenzial des Euro: „Wir betrachten das als eine kurzfristige spekulative Rally, die durch die schwachen US-Verbraucherpreise und ein wenig Optimismus über die Hilfen von EU und IWF für Irland getragen wird“, fasste Manuel Oliveri, Währungsanalyst bei der UBS in Zürich, zusammen. Andere Händler warnten, dass nach Irland die Verschuldung Portugals in den Fokus rücken könnte.

Unterstützt wurde der Euro auch von der Lage am Rentenmarkt: dort zogen die Kurse der zehnjährigen irischen Anleihen massiv an, so dass die Renditen wieder auf rund 8,2 Prozent von gut 8,4 Prozent am Vorabend fiel. Auch die Kosten für eine Kreditausfallversicherung (CDS) irischer Staatspapiere und die Risikoaufschläge zu den Renditen der deutschen Bundesanleihen gingen zurück. Dies lag auch daran, dass die Renditen der deutschen zehnjährigen Bundesanleihe kräftig auf knapp 2,7 Prozent von 2,61 Prozent am Vorabend anzogen. Der für die gesamte Euro-Zone richtungsweisende Bund-Future fiel bis zum Mittag um 79 Ticks auf 127,66 Punkte.

Positiv nahmen die Anleger auch die Auktion spanischer Staatsanleihen auf. Zwar sank die Nachfrage nach zehnjährigen Anleihen trotz einer höheren durchschnittlichen Rendite leicht. Doch wiesen mehrer Börsianer auf das schwierige Umfeld hin. „Angesichts des äußerst ungünstigen Zeitpunkts war die Auktion ordentlich“, erklärte Chiara Cremonesi, Analysten bei UniCredit. Insgesamt nahm die Regierung in Madrid rund 3,6 Milliarden Euro ein, was in etwa am oberen Rand des geplanten Emissionsvolumens von drei bis vier Milliarden Euro lag.

Auch Frankreich zapfte den Kapitalmarkt an: Die Pariser Regierung nahm problemlos mehr als doppelt so viel wie die Spanier auf. Die französischen zehnjährigen Anleihen gaben ähnlich stark wie die deutschen nach. Die Rendite stieg auf rund 3,1 Prozent von rund drei Prozent am Vorabend.

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