Devisen
Neue Euro-Hochs erwartet

Der Dollar hat zu Wochenbeginn seine Talfahrt unterbrochen. Dennoch blieb der Druck auf die US-Währung hoch.

HB FRANKFURT. Nachdem sich der Euro am Vormittag bis auf 1,3803 Dollar hochgearbeitet hatte, fiel er nach einem überraschenden Anstieg des Konjunkturindex der Fed von New York, der die Geschäftstätigkeit im Großraum in und rund um die Ostküsten-Metropole misst, auf Kurse um 1,3780 Dollar zurück.

Am Freitag war der Dollar nach enttäuschenden Einzelhandelsdaten aus den USA auf einen Tiefststand zum Euro abgerutscht. Die Gemeinschaftswährung hatte umgekehrt bei 1,3813 Dollar das höchste Niveau seit ihrer Einführung an den Finanzmärkten am 1. Januar 1999 erklommen.

Nach Ansicht von Analysten und Devisenhändlern stehen dem Dollar in den kommenden Tagen weitere Belastungsproben bevor. „Der Markt dürfte wohl mit Euro-Kursen um 1,39 bis 1,40 Dollar liebäugeln“, sagte ein Händler mit Blick auf die im Laufe der Woche anstehenden neuen Konjunkturdaten aus den USA. Dreh- und Angelpunkt in der neuen Woche dürfte die halbjährliche Anhörung von US-Notenbankchef Ben Bernanke vor dem US-Kongress am Mittwoch und Donnerstag werden.

„Der Markt wird sich auf Bernankes Rede konzentrieren, doch es ist fraglich, ob er falkenhaft genug klingen wird, um das Dollarsentiment nachhaltig zu verbessern“, sagte Antje Praefcke, Währungsanalystin bei der Commerzbank. „Bernanke wird wohl das etwas robustere Wachstum hervorheben, gleichzeitig aber das Risiko unterstreichen, dass sich die Inflation nicht wie erwartet abschwächen könnte.“

Am Dienstag steht zunächst die Veröffentlichung neuer Daten zur Industrieproduktion und im weiteren Wochenverlauf von Statistiken zum seit einiger Zeit angeschlagenen Immobilienmarkt auf dem Programm. Vom diesem Sektor ging in der vergangenen Woche der größte Druck auf den Dollar aus, nachdem Ratingagenturen in großem Stil eine Abwertung von Hypotheken angekündigt hatten.

Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs für den Euro am Montagnachmittag auf 1,3781 Dollar fest. Im Referenzkursverfahren der Banken EuroFX verteuerte sich die Gemeinschaftswährung auf 1,3794 (1,3771) Dollar. Am Rentenmarkt folgten die europäischen Staatsanleihen ihren US-Pendants am Montag ins Plus.

Der Bund-Future, der als Gradmesser für die Festverzinslichen diesseits des Atlantiks gilt, legte um bis zu 20 Ticks auf 110,55 Punkte zu. Die Rendite der dem Bund-Future zugrunde liegenden zehnjährigen Bundesanleihe fiel auf 4,606 Prozent. Die von der Bundesbank täglich berechnete Umlaufrendite öffentlicher Anleihen gab auf 4,63 (Freitag: 4,66) Prozent nach. Der Rentenindex Rex kletterte um 0,18 Prozent auf 113,13 Zähler.

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