Devisen-News
Euro etwas stärker

Trotz der vorläufigen Einigung im US-Haushaltsstreit bleibt die Lage am Geldmarkt angespannt. Das stärkt den Euro und schwächt den Dollar. Neue Konjunkturdaten aus den USA könnten den Trend verstärken.
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FrankfurtAm Devisenmarkt währte die Freude über einem Kompromiss im US-Haushaltsstreit nur kurz: Der Dollar verlor am Donnerstag 0,3 Prozent auf 98,45 Yen, nachdem er zunächst auf ein Drei-Wochen-Hoch von 99,01 Yen gestiegen war. Auch zum Euro verlor der Greenback an Boden - die Gemeinschaftswährung legte leicht zu und lag mit 1,3547 Dollar über ihrem New Yorker Vortagesschluss von 1,3534 Dollar. In den USA war in der Nacht der Stillstand der Verwaltung beendet worden, zudem konnten sich Republikaner und Demokraten auf eine Anhebung der Schuldenobergrenze bis Anfang Februar einigen. Damit ist die Zahlungsfähigkeit der USA bis Mitte Januar sichergestellt. Die Einigung in letzter Sekunde war allerdings von vielen Investoren bereits erwartet worden. Die Unsicherheit der Marktteilnehmer im Hinblick auf die weitere Entwicklung ist mit dieser Atempause jedoch nicht gewichen. Bereits Anfang 2014 könnte es im Kongress zu einer Wiederauflage des Schlagabtauschs kommen.

Für Amerika ist es durch das nervenaufreibende Tauziehen um den US-Haushalt zu einem Imageschaden gekommen, urteilt Helaba-Analyst Ulrich Wortberg. „Das grenzenlose Vertrauen der Marktteilnehmer in die Kreditwürdigkeit des Landes wurde beschädigt - auch vor dem Hintergrund, dass erneute Streitigkeiten zu erwarten sind“, schreibt er in einem Kommentar.

Der Euro hat in den vergangenen vier Wochen 0,9 Prozent gewonnen, der Dollar 0,7 Prozent verloren, wie die Bloomberg Correlation Weighted Indexes zeigen. Der Yen hat 0,1 Prozent zugelegt.

Weitere Impulse könnten im Tagesverlauf Konjunkturdaten aus den USA bringen. Dort steht um 16 Uhr MESZ der Geschäftsausblick der Philadelphia Fed für Oktober an. In einer Umfrage von Bloomberg wird mit einem Rückgang auf 15,0 nach 22,3 im September gerechnet.

Der Schweizer Franken lag zum Euro zuletzt 0,1 Prozent höher bei 1,2352 Franken. In Relation zum Dollar stieg der Franken 0,3 Prozent auf 91,10 Rappen.

Der Yen legte gegenüber dem Euro 0,1 Prozent zu auf 133,49 Yen. Zum Dollar stieg die japanische Devise ebenfalls. Damit war der Yen wieder stärker als sicherer Hafen gefragt, nachdem im Haushaltsstreit in den USA nur eine Verschnaufpause erzielt wurde.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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