Devisen
Obama schickt Dollar auf Talfahrt

Während die Aktienmärkte die Gefahr eines Zahlungsausfalls in den USA bisher geringschätzen, wächst am Devisenmarkt die Nervosität. Barack Obamas Warnung vor einer "schweren Wirtschaftskrise" zeigt Wirkung.
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FrankfurtDie Furcht vor einer neuen Wirtschaftskrise in den USA hat am Dienstag den Dollar auf breiter Front gedrückt. Die US-Währung rutschte zum ersten Mal unter die Marke von 0,80 Schweizer Franken. Zur japanischen Währung fiel der Dollar auf ein Vier-Monats-Tief von 77,89 Yen. Der Dollar-Index, der die Entwicklung des Greenback im Vergleich zu einem Korb aus sechs Währungen misst, rutschte um 0,7 Prozent auf 63,60 Punkte ab. Der Euro stieg bis auf 1,4522 Dollar und war damit so teuer wie seit einem Monat nicht mehr.

„Obamas Warnung hat dem Markt noch mal vor Augen geführt, welche Risiken möglicherweise bestehen, sollte es zu keiner Einigung beim Thema Schuldengrenze kommen“, hieß es in einem Kommentar der Commerzbank. „Zwar gehen wir, wie auch die Mehrheit der Marktteilnehmer, nach wie vor davon aus, dass die USA einen Zahlungsausfall vermeiden werden, die Nervosität am Markt wird aber steigen, je näher der 2. August rückt.“ Bis zu diesem Tag müssen sich Republikaner und Demokraten im Schuldenstreit einigen, um die Zahlungsunfähigkeit abzuwenden.

Präsident Obama hatte am Montag mit einem dramatischer TV-Auftritt vor einem Scheitern im US-Finanzstreit gewarnt. In einer Rede an die Nation wandte er sich an die Opposition und warnte vor einer „schweren wirtschaftlichen Krise“, falls es nicht innerhalb der nächsten Tage eine Einigung über die Erhöhung des Schuldenlimits geben sollte. Obama warf den Republikanern vor, mit ihrer kompromisslosen Haltung einen
„politischen Krieg“ zu führen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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