Devisen
Pfund fällt nach Rating-Warnung für Großbritannien

Die jüngste Erholung des Pfunds Sterling ist durch schlechte Nachrichten über die Bonität Großbritanniens ausgebremst worden. Die Ratingagentur Fitch warnte, das Land werde von allen Ländern mit dem Spitzenrating "AAA" am ehesten diese Top-Note verlieren. In der Folge büßte das Pfund Sterling gegenüber 15 der 16 meistgehandelten Währungen ein.
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LONDON. Von allen Ländern, die derzeit mit "AAA" bewertet werden, muss Großbritannien in seinem Haushalt die stärksten Anpassungen durchführen, erklärte David Riley, der weltweite Leiter für Ratings von Staatsanleihen bei Fitch. Er geht davon aus, dass die britische Regierung "im nächsten Jahr ein stärkeres Konsolidierungsprogramm für seine Finanzen formulieren" wird.

Warnschuss für die Regierung

"Das war ein Warnschuss für die britischen Behörden, ihren Haushalt in Ordnung zu bringen", sagte Lee Hardman, Devisenstratege bei Bank of Tokyo UFJ-Mitsubishi in London. "Es bestehen weiterhin eine Menge Risiken, dass die Politiker keinen glaubwürdigen Plan entwickeln", um die finanzielle Stabilität wieder herzustellen, fügte er hinzu.

Zum Vergleich: Die Ratingagentur Standard & Poor?s hat den Ausblick für die Bonitätsnote Großbritanniens im Mai von "stabil" auf "negativ" gesenkt. Zur Begründung wurde der wachsende Schuldenberg des Landes genannt. Für September hatte Großbritannien ein Haushaltsdefizit in Höhe von 14,8 Mrd. Pfund bekannt gegeben. Es ist das höchste September-Defizit seit Beginn der Aufzeichnungen 1993. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum hat sich das Defizit fast verdoppelt, da die Steuereinnahmen des Landes sinken und die Kosten für Sozialleistungen gleichzeitig deutlich anziehen.

Zum Euro sackte die britische Währung gestern in der Spitze um 0,8 Prozent ab auf 90,17 Pence. Zum US-Dollar ging es zeitweise 0,9 Prozent auf 1,6602 Dollar abwärts.

Auch die Bonität Japans ist nach Einschätzung von Fitch gefährdet. Sollte die Regierung in Tokio im kommenden Jahr am Finanzmarkt deutlich mehr als die für dieses Jahr geplanten 44 Billionen Yen (etwa 330 Mrd. Euro) aufnehmen, müsse die Einstufung unter die Lupe genommen werden, sagte Riley. Derzeit erhält Japan beim Rating ein "AA-". Die Renditen der japanischen Anleihen sind in diesem Jahr auf den höchsten Stand seit viereinhalb Monaten gestiegen. Deutschland müsse dagegen laut Fitch nicht um seine Top-Bewertung fürchten.

Quelle: Bloomberg, Reuters

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