Devisen
Pfund rutscht auf neues 30-Jahres-Tief

Die britische Währung wird zum Leichtgewicht. Am Montag verliert das Pfund mehr als drei Prozent an Wert und rutscht bis auf 1,3220 Dollar und damit noch tiefer als am Freitag.

Devisenhändler rund um die Welt verkaufen weiter britische Währung. Nach dem Kurssturz auf ein 30-Jahres-Tief am vergangenen Freitag kann das Pfund eine leichte Gegenbewegung nicht verteidigen. Am Montagvormittag sackt die Währung erneut ab auf 1,3220 Dollar und damit sogar leicht unter das Tief vom Ende vergangener Woche. Noch am Donnerstag hatte der Kurs bei mehr als 1,50 Dollar notiert. Auch gegenüber dem Euro gibt die Währung deutlich nach und liegt etwa zwei Prozent im Minus bei 1,20 Euro.

Der britische Finanzminister George Osborne hatte am Morgen gesagt, dass er nach dem Brexit-Votum mit anhaltenden Turbulenzen an den Finanzmärkten rechne. Sein Land könne die schwierige Situation aber meistern, sagte Osborne. „Unsere Wirtschaft ist so stark wie nötig, um sich der Herausforderung zu stellen, die auf unser Land jetzt zukommt“, erklärte der Minister in seiner ersten Rede seit dem Brexit-Votum. Die Regierung habe Maßnahmen vorbereitet, um damit fertig zu werden.

Für die Währung gelte, dass Kursverluste wahrscheinlicher seien als Gewinne, so Neil Mellor, Währungsstratege bei der Bank of New York Mellon in London. „Unsicherheit bedeutet Währungsschwäche“, so seine Einschätzung. „Es ist zu früh für irgendjemanden, den Boden auszurufen.“ Als Bodenbildung bezeichnen Händler Kurse, ab denen es wieder eine Aufwärtsbewegung nach einem Kurssturz gibt.

Der amerikanische Investor George Soros hatte vor einem heftigen Kurssturz des Pfunds im Falle eines Brexits gewarnt. Soros hatte mit einem Wetten auf einen Kurssturz des Pfunds im Jahr 1992 ein Vermögen gemacht und damals seinen Ruf als Starinvestor gefestigt. Diesmal habe er allerdings nicht auf einen Fallen des Pfunds gesetzt, sondern im Gegenteil. Ein Sprecher teilte mit, Soros sei "long" gewesen, hätte also von steigenden Pfundkursen profitiert.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%