Devisen + Rohstoffe
Devisen: 'Politischer Widerstand' bremst Eurokurs

Der Euro hat am Donnerstag seien Höhenflug nicht fortgesetzt und ist wieder deutlich unter 1,30 Dollar gefallen. Kommentare von Notenbankern und Politikern aus der Eurozone hätten den Kurs belastet, sagte Händler.

dpa-afx FRANKFURT. Der Euro hat am Donnerstag seien Höhenflug nicht fortgesetzt und ist wieder deutlich unter 1,30 Dollar gefallen. Kommentare von Notenbankern und Politikern aus der Eurozone hätten den Kurs belastet, sagte Händler. Nachdem der Euro am Mittwoch noch kurzzeitig über 1,30 Dollar gestiegen war, fiel er im Nachmittagshandel auf 1,2 897 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,2 890 (1,2 977) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7 758 (0,7 706) Euro. Aufgrund eines Feiertags in den USA sei der Handel sehr ruhig verlaufen, sagten Händler.

Kurzfristig sind nach Einschätzung von Carsten Fritsch Devisenexperte bei der Commerzbank weitere Kursgewinne kaum "zu bewerkstelligen". Der Euro habe zwar weiteres Aufwärtspotenzial, jedoch nehme der "politische Widerstand" gegen eine weitere Aufwertung spürbar zu. So wiederholte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, am Donnerstag seine Einschätzung, dass der Anstieg des Eurokurses "brutal" und "unwillkommen" sei. Vergleichbare Kommentare sind laut Fritsch auch von den EU-Finanzministern zu erwarten, die sich am Montag und Dienstag treffen.

Für einen erneuten Kursanstieg fehlen laut Fritsch die Impulse. Das zuletzt zurückgegangene Handelsbilanzdefizit der USA habe keine neuen Argumente für einen neuerlichen Schwächeanfall des Dollar geliefert. Händler verwiesen zudem auf die schwachen Zahlen zum deutschen Wirtschaftswachstum. Nach der "überraschenden Schwäche" dürfte sich am Markt das Bild einer deutlichen Konjunkturabschwächung durchsetzen, sagte UBS-Volkswirt Holger Fahrinkrug. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) war saison- und kalenderbereinigt nur um 0,1 Prozent zum Vorquartal gestiegen. Von AFX News befragte Volkswirte hatten mit 0,3 Prozent ein deutlich stärkeres Wachstum erwartet.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,7 002 (0,6 987) britische Pfund , 137,65 (137,44) japanische Yen und 1,5 191 (1,5 222) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 433,80 (433,40) Dollar festgesetzt.

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