Devisen
Polnische Währung wegen Regierungskrise unter Druck

Die polnische Währung befand sich lange Zeit im Aufwärtungstrend gegen den Euro – das hat sich inzwischen geändert. Der Zloty steht derzeit wegen der Regierung unter Druck. Händler sprechen von einem politischen Risiko.
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Warschau/FrankfurtInvestoren haben dem polnischen Zloty in Folge des Abhörskandals um den Innenminister und Notenbankchef des Landes am Freitag den Rücken gekehrt. Dollar und Euro verteuerten sich um jeweils rund 0,4 Prozent auf 3,06 Zloty beziehungsweise rund 4,16 Zloty. „Ein politisches Risiko ist momentan erkennbar“, sagte ein Devisenhändler. Die Nachrichten aus Polen würden in anderen Ländern zunehmend wahrgenommen. „Es herrscht ein wenig Panik“, ergänzte der in Warschau ansässige Händler.

Vor allem die Sorge vor Neuwahlen treibt die Investoren um. Auslöser der politischen Krise sind Mitschnitte eines Gesprächs zwischen Innenminister Bartlomiej Sienkiewicz und Notenbankchef Marek Belka, die das Magazin „Wprost“ in Auszügen veröffentlicht hatte. Belka bot demnach im Juli vorigen Jahres Konjunkturhilfen der Zentralbank an und verlangte im Gegenzug die Entlassung des damaligen Finanzministers Jacek Rostowski. Dieser verlor tatsächlich seinen Posten im November 2013 bei einer Kabinettsumbildung.

Nach Angaben der Zentralbank sind die Mitschnitte zwar aus dem Kontext gerissen. Doch seit der Veröffentlichung am vergangenen Samstag steigt der Druck auf die Beteiligten. Verschärft hat sich Krise zudem, weil die Behörden „Wprost“-Redaktionsräume durchsuchten. Kritiker sprechen von einem Angriff auf die Pressefreiheit.

Nächster regulärer Termin für eine polnische Parlamentswahl wäre im Herbst 2015. Vorgezogene Wahlen sind möglich, wenn Zweidrittel der Abgeordneten dafür stimmen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Devisen: Polnische Währung wegen Regierungskrise unter Druck"

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  • Dann aber schnell rein in den €! Und schön für das "politische Projekt" blechen. Die Polen wissen noch nicht, in welche Räuberbande sie geraten sind.

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