Devisen
Spekulation auf US-Zinswende lässt Euro taumeln

Der US-Arbeitsmarktbericht ist schwächer ausgefallen als erwartet. Dennoch griffen Anleger gleich reihenweise beim Dollar zu. Grund dafür ist die Aussicht auf eine nahende US-Zinswende – der Euro taumelt.
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Frankfurt/MainTrotz eines etwas schwächer als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktberichts haben die Anleger gleich reihenweise beim Dollar zugegriffen. Die Aussicht auf eine nahende Zinswende hat der US-Währung am Freitag Auftrieb gegeben. Der Euro verbilligte sich im Gegenzug um rund einen US-Cent auf 1,0882 Dollar. Dies half wiederum den Aktienmärkten, weil durch die Abwertung die Waren europäischer Unternehmen auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähiger werden. Enttäuschende deutsche Konjunkturdaten bremsten Dax und EuroStoxx50 allerdings aus. Die beiden Indizes notierten jeweils kaum verändert bei 11.572 beziehungsweise 3663 Punkten.

Die US-Wirtschaft schuf im Juli außerhalb der Landwirtschaft zwar nur 215.000 neue Stellen - 8000 weniger als erwartet. „Doch der Stellenaufbau lag über der Marke von 200.000 und das dürfte für die Fed zählen“, betonte Thomas Gitzel, Chef-Volkswirt der VP Bank. Helaba-Analyst Ulrich Wortberg verwies darauf, dass der Vormonatswert auf 231.000 von 223.000 korrigiert wurde und die Stundenlöhne wieder anziehen. „September bleibt als Termin für die Zinswende im Gespräch“, fügte er hinzu.

Volkswirt Philip Marey von der Rabobank tippte dagegen auf Dezember. „Wenn man die Zinsen erstmals nach vielen Jahren anheben will, möchte man Einigkeit demonstrieren.“ Bei einer Abstimmung im September müsse mit einigen Gegenstimmen gerechnet werden.

Die Produktion der deutschen Unternehmen ging unterdessen überraschend zurück und Exporte fielen geringer aus als erwartet. „Die wirtschaftliche Erholung Europas verläuft nicht gleichmäßig“, sagte Analyst Alastair McCaig vom Brokerhaus IG Markets. „Wir haben immer mal wieder solche Ausrutscher gesehen. Das ist aber kein Grund, panikartig auf den Verkaufsknopf zu drücken.“

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