Devisen
Spekulationen auf Zinswende schwächen Euro

Der Euro verliert weiter an Wert. Die europäische Gemeinschaftswährung leidet vor allem unter der Aussicht auf ein Ende der ultralockeren Geldpolitik in den USA. Händler rechnen sogar mit einem weiteren Kurstief.
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Frankfurt am MainDie Aussicht auf ein baldiges Ende der ultralockeren Geldpolitik der US-Notenbank Fed hat am Mittwoch den Euro belastet. Die Gemeinschaftswährung rutschte zum Dollar auf ein Vier-Wochen-Tief von 1,3526 Dollar und erstmals seit fast zwei Jahren zum Pfund Sterling unter 79 Pence. Zum Yen kam der Dollar dagegen mit Kursen um 101,70 Yen kaum vom Fleck. „Fed-Chefin Yellen wies vor dem US-Kongress darauf hin, dass es zu einer früher als erwarteten ersten Leitzinserhöhung kommen könnte, wenn der zuletzt starke Stellenaufbau in den USA anhält und der Arbeitsmarkt sich besser als bisher erwartet entwickelt", erklärten die Analysten der Bayern LB.

Anders als die Fed wird die EZB noch in diesem Jahr die Geldschleusen weit öffnen. Damit sei ein Abrutschen des Euro eigentlich vorprogrammiert, sagten Händler. Dies machte sich am Mittwoch auch im Kursverhältnis zum Pfund Sterling bemerkbar. Denn die britische Währung gab zum Dollar etwas nach, nachdem die Lohnzuwächse in Großbritannien überraschend hinter der Inflationsentwicklung zurückgeblieben waren.

Dies hatte die Spekulationen auf eine bald anstehende Zinserhöhung etwas gedämpft. Dennoch fiel der Euro bis auf 78,90 Pence und damit auf den niedrigsten Stand seit Mitte August 2012. Zum Dollar gab das Pfund zeitweise etwas nach, notierte am späten Nachmittag mit 1,7140 Dollar aber schon wieder auf dem Vortagesschlussniveau und damit nahe des am Vortag erreichten Sechs-Jahres-Hoch von 1,7191 Dollar.

In den USA liegt der Leitzins seit langem bei null bis 0,25 Prozent. Zinserhöhungen sind für 2015 angepeilt. Da damit zu rechnen ist, dass die Zinsen in der Euro-Zone bis auf weiteres ebenfalls nahe null Prozent bleiben, würde somit der Zinsvorteil von US-Anlagen steigen. Schon jetzt rentieren die zehnjährigen US-Treasuries mit 2,55 Prozent deutlich höher als ihre deutschen Pendants mit 1,19 Prozent.

Ihr Ankaufprogramm von Wertpapieren will die Fed im Herbst beenden. Im Juni hatte sie die monatlichen Geldspritzen um zehn auf 35 Milliarden Dollar gekürzt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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