Devisen
Trichet-Aussagen drücken den Euro wieder

dpa-afx FRANKFURT. Der Kurs des Euro ist am Donnerstag nach Äußerungen des EZB-Präsidenten wieder unter die Marke von 1,20 Dollar gesunken. Die Gemeinschaftswährung kostete am Nachmittag 1,1 997 Dollar und damit etwa einen Cent weniger als in den frühen Morgenstunden. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs vor den Aussagen von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet auf 1,2041 (Mittwoch: 1,1992) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8 305 (0,8 339) Euro.

"Einige Anleger hatten auf klarere Hinweise für eine baldige Zinserhöhung spekuliert", sagte Devisenexperte Carsten Fritsch von der Commerzank. Steigende Zinsen würden den Euro für Anleger attraktiver machen. Nach den jüngsten Aussagen bleibe eine Zinserhöhung bereits im Dezember zwar weiter möglich, sei aber keinesfalls sicher. Dies habe die Markterwartungen enttäuscht. Schließlich hätten die Marktteilnehmer bereits fest mit einer Leitzinserhöhung im Dezember gerechnet. Die EZB betonte angesichts des hohen Preisauftriebs ihre Bereitschaft zu einer Zinserhöhung. Trichet warnte erneut mit deutlichen Worten vor Inflationsgefahren, hat den Ton aber nicht weiter verschärft. Die EZB hatte zuvor den Leitzins wie erwartet bei 2,00 Prozent belassen.

Überwiegend freundliche Konjunkturdaten aus den USA schwächten den Euro zusätzlich. So hatte sich das Produktivitätswachstum der US-Industrie im dritten Quartal überraschend deutlich auf 4,1 Prozent beschleunigt. Darüber hinaus ist der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor im Oktober stärker gestiegen als von Experten erwartet.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,67 825 (0,67 895) britische Pfund , 140,76 (140,26) japanische Yen und 1,5 428 (1,5 422) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde in London mit 461,85 (460,80) Dollar gefixt.

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