Devisen
Trichet und Bernanke sprechen - der Euro fällt

Die EZB hat ihre Wachstumsprognose abgesenkt. Dem Euro bekommt das gar nicht gut. Nach Äußerungen von EZB-Präsident Trichet ist der Kurs im Sinkflug. Auch Fed-Chef Bernanke kann die Sorgen der Märkte nicht zerstreuen.
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FrankfurtDie US-Notenbank (Fed) hält sich mit konkreten Hinweisen auf zusätzliche Konjunkturstützen zurück. Fed-Chef Ben Bernanke bekräftigte am Donnerstag zwar die Bereitschaft der Zentralbanker, der schwächelnden heimischen Wirtschaft und dem Arbeitsmarkt auf die Sprünge zu helfen. Er nannte aber keine Details. Darüber zeigten sich Anleger an der Wall Street enttäuscht. Die Börsenbarometer in New York weiteren ihre Kursverluste aus. „An den Märkten wird befürchtet, dass die Fed die Probleme nur zur Kenntnis nimmt, ohne wirkliche Lösungen anzubieten“, sagte Marktanalyst Joseph Trevisani von FX Solutions.

Zuvor hatten schon den Aussagen von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet den Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung unter die Marke von 1,40 US-Dollar gedrückt. Zuletzt notierte der Euro bei 1,3891 US-Dollar.

„Wir gehen davon aus, dass die Wirtschaft der Euro-Zone moderat wachsen wird angesichts der besonders hohen Unsicherheit und der zunehmenden Abwärtsrisiken“, sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet. Dazu zählten die Turbulenzen an den Finanzmärkten, steigende Energiepreise sowie Protektionismus und globale Ungleichgewichte. Statt der im Juni erwarteten 1,9 Prozent werde die Wirtschaft in diesem Jahr voraussichtlich nur um 1,6 Prozent wachsen, sagten die EZB-Ökonomen am Donnerstag voraus. Für 2012 wurde die Prognose von 1,7 auf 1,3 Prozent gesenkt.

Trotz der schwächeren Konjunktur erwartet die EZB-Experten eine hohe Inflation in diesem Jahr. Sie rechnen weiter mit einer Teuerungsrate von 2,6 Prozent, die 2012 aber auf 1,7 Prozent nachgeben werde. Die EZB spricht nur bei Werten knapp unter zwei Prozent von stabilen Preisen.

Wegen steigende Inflationsrisiken hatten die Währungshüter ihren Leitzins in diesem Jahr zweimal angehoben - von 1,0 auf 1,5 Prozent. Wegen der wackligen Konjunktur gehen die meisten Analysten davon aus, dass die EZB von einer weiteren Straffung der Geldpolitik absehen. Einige rechnen sogar mit einer Zinssenkung, mit der die Konjunktur angeschoben werden kann.

Gold, das bei Anlegern als "sicherer Hafen" gilt, zeigte sich erholt. Der Preis für das Edelmetall kletterte um 2,5 Prozent auf 1.860 Euro.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Jessica Schwarzer
Jessica Schwarzer
Handelsblatt / Chefkorrespondentin Börse

Kommentare zu " Devisen: Trichet und Bernanke sprechen - der Euro fällt"

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  • 1.860,-- Euro!
    Das war lediglich ein kurzer Blick des Handelsblattes in die Zukunft.

  • Der Goldpreis geht durch die Decke!
    Gestern kostete Eine oz noch 1813,5US$ = 1277€, heute "schon" 1860€ = 2585 US$.

  • Es ist doch klar, daß der Transferrubel fällt.
    Diese Kunstwährung hat keinen Wert und bei solchen Teilnehmern wie den Club Med kann es nur abwärts gehen.

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