Devisen
Tsipras Reformpaket lässt Euro erstarken

Die fristgerecht eingereichten Athener Reformvorschläge werden von den Institutionen untersucht. Der Tenor klingt zunächst überwiegend positiv. Der Euro legt bis zu anderthalb Prozent zu. Am Nachmittag spricht Yellen.
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Beflügelt von der Hoffnung auf eine Einigung Griechenlands mit seinen Gläubigern hat der Euro am Freitag stark zugelegt. Schon zum europäischen Handelsauftakt hatte es ordentliche Aufschläge gegeben. Am Nachmittag kletterte die Gemeinschaftswährung um bis zu 1,5 Prozent auf 1,1195 Dollar, nachdem die Athener Regierung fristgerecht neue Reformvorschläge vorgelegt hat.

Als sich im Laufe des Vormittags die optimistischen Statements von Staats- und Regierungschefs der Eurozone, darunter Francois Hollande, Matteo Renzi und der Ire Enda Kenny häuften, werte der Euro weiter auf. Auch Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem weckte die Hoffnung auf eine mögliche Einigung mit Griechenland. Am Samstag könnten die Euro-Finanzminister eine „große Entscheidung“ treffen. Die jüngsten griechischen Vorschläge bezeichnet Dijsselbloem als „sorgfältig“. Die Institutionen wollen die Vorschläge aus Athen noch am heutigen Freitag geprüft haben.

Ebenfalls positiv für die Stimmung war die anhaltende Kurserholung am chinesischen Aktienmarkt. Nach etlichen Stützungsversuchen der Regierung ging es für den Schanghaier Index mit mehr als fünf Prozent den zweiten Tag in Folge nach oben. Die Anleger blieben jedoch auf der Hut. „Die Kurse sind wegen der drastischen Maßnahmen der Regierung oben, deswegen geht der Markt noch nicht voll auf Risiko“, sagte Devisenstratege Shinichiro Kadota von Barclays in Tokio.
Auch ein Verbleib Griechenlands in der Euro-Zone ist noch keineswegs eine ausgemachte Sache. Die Vorschläge werden zunächst von den internationalen Gläubigern bewertet. Am Samstag soll die Eurogruppe über die Vorschläge beraten. „Die Lage in Griechenland bleibt prekär und die Banken mindestens bis Montag geschlossen“, kommentiert die Helaba.

Am Devisenmarkt wird am Nachmittag mit Spannung eine Rede der US-Notenbankchefin Janet Yellen erwartet. Die oberste Notenbankerin der Vereinigten Staaten wird sich gegen 17.30 Uhr Mitteleuropäischer Zeit, also kurz nach Frankfurter Handelsschluss, zur US-Konjunktur äußern. Mit der Hoffnung auf weitere Hinweise nach den wenig aufschlussreichen Notenbank-Protokollen vom Mittwoch spitzen die Börsianer ihrer Ohren mit Blick auf den Zeitpunkt der Zinswende.


Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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