Devisen- und Anleihemärkte
Märkte nehmen mögliche Fed-Maßnahmen vorweg

Gespannt schauen die Märkte nach Amerika, wo die Zentralbank heute Details ihrer letzten Sitzung bekannt gibt. Lassen sich daraus weitere Stimulierungspläne für die Wirtschaft ablesen?
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HB NEW YORK. Der Dollar hat sich nach Eröffnung der Börse in Tokio von seinem tiefsten Stand gegenüber dem Yen im Jahr 1995 verabschiedet. Er verzeichnete eine Aufwärtsbewegung von 0,3 Prozent auf 82,28 Yen am morgen in Japan. Gestern war er auf den tiefsten Stand seit 15 Jahren gefallen mit 81,39 Yen. Die Erwartungen jedoch, die US-Zentralbank Fed könne in den heutigen Details ihrer Entscheidung vom 21. September Hinweise versteckt halten auf weitere Stützungsmaßnahmen zugunsten der Wirtschaft, ließen den Dollar leicht erstarken.

Analyst Brian Kim sagte, Anleger spekulierten darüber, ob die erwartete geldpolitische Lockerung der US-Notenbank geringer ausfallen könnte als erwartet. Der Markt habe neue Staatsanleihen-Käufe der Fed in erheblichem Umfang bereits vorweggenommen. Kim verwies auf Äußerungen von Fed-Vize-Chefin Janet Yellen. Diese hatte gewarnt, dass niedrige Zinsen zur Blasenbildung an den Finanzmärkten beitragen könnten.

Außerdem hielten sich viele Anleger mit Yen-Käufen zurück, weil sie eine weitere Intervention Japans zur Schwächung der heimischen Währung befürchten. Der japanische Wirtschaftsminister Banri Kaieda sagte, sein Land habe auf dem G7-Finanzministertreffen am Wochenende ein gewisses Verständnis für den Eingriff im vergangenen Monat erhalten. Diese Äußerungen führten unter anderem dazu, dass der Yen gegenüber 15 der 16 meistgehandeldsten Währungen abrutschte. Der Euro kletterte um 0,2 Prozent zum Yen auf 114,06 Yen.

“Das Risiko ist, dass die Details der Zentralbankentscheidung die Märkte enttäuschen”, sagte Richard Grace, Chef-Währungsstratege von der Commonwealth Bank of Australia, der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Gestern hatte der Euro nach seiner jüngsten Aufwärtsbewegungeine Verschnaufpause eingelegt. Die Gemeinschaftswährung fiel gegenüber dem Freitagsschluss um knapp ein US-Cent auf 1,3894 Dollar.

"Die Tagung der Finanzminister und Notenbankchefs hat die Investoren etwas orientierungslos zurückgelassen, die Geschäfte sind stark zufallsgetrieben", sagte ein Händler. Der Internationale Währungsfonds (IWF) und die Weltbank hatten sich am Wochenenden nicht auf Maßnahmen gegen den globalen Abwertungswettlauf einigen können, der seit Wochen die Gemüter erhitzt.

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