Devisen
Währungen der Schwellenländer stabilisieren sich

Der Kursrutsch der Schwellenländer-Währungen ist vorerst gestoppt. Die Währungen stabilisierten sich. Indien plant unterdessen gemeinsam mit anderen Schwellenländern einen Eingriff in den Devisenmarkt.
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FrankfNeu-DelhiSchwellenländer-Währungen haben sich am Freitag nach einer wochenlangen Talfahrt weiter stabilisiert. Für einen Dollar wurden 65,70 indische Rupien gezahlt, nachdem es am Mittwoch noch der Rekordwert von 68,80 Rupien gewesen war. Auch die indonesische Währung und der brasilianische Real machten Boden gut.

Wie Reuters exklusiv erfahren hat, prüft Indien eine konzertierte Währungsintervention mit anderen Schwellenländern, um die Währungen zu stützen. Geplant ist nach Angaben des leitenden Wirtschaftsberaters des indischen Finanzministeriums, Dipak Dasgupta, ein Eingriff auf sogenannten Offshore-Märkten. Auf diesen können Investoren auf Wechselkursentwicklungen wetten, ohne die Währungen selbst kaufen oder verkaufen zu müssen. Diese Wetten wiederum können auf die realen Wechselkurse zurückschlagen. Dasgupta mahnte, solche Spekulationen gefährdeten die Stabilität der Weltwirtschaft. „Es ist jetzt an der Zeit, dies zu stoppen.“ Details der Planungen gab der Experte nicht preis. „Es wird eher binnen Tagen geschehen als binnen Wochen“, sagte er lediglich. „Brasilien und Indien können mit dem Schritt beginnen.“

Die fraglichen Offshore-Märkte werden insbesondere von Singapur aus betrieben. Sie sind für ausländische Investoren interessant, weil diese die Währungen von Schwellenländern auf den nationalen Devisenmärkten allenfalls sehr beschränkt handeln können. Nach den Worten Dasguptas sind es diese Offshore-Märkte, die Druck auf zwölf der wichtigsten Schwellenländer-Währungen ausüben, darunter die Brasiliens, Chinas, Indiens, Russlands, Südafrikas, der Türkei und Malaysias. Allein vier oder fünf davon verfügten zusammen über internationale Devisenreserven von schätzungsweise 1,2 Billionen Dollar, führte er aus. Gemeinsam mit China wären es sogar mehr als sechs Billionen Dollar. Sollten die Staaten sich zu einem abgestimmten Vorgehen durchringen, „gibt es keine Macht, die die Auswirkungen stoppen kann“, sagte der Ministeriumsberater.

Seit die globalen Notenbanken die Märkte mit billigem Geld fluten, waren die Währungen der aufstrebenden Volkswirtschaften beliebte Anlageziele von Investoren und hatten deutlich an Wert gewonnen. Da die US-Notenbank nun aber eine Zinswende signalisiert hat und sich die Konjunktur der weltgrößten Volkswirtschaft zusehends erholt, ziehen die Anleger ihr Kapital in großem Stil wieder ab und lassen die entsprechenden Währungen einbrechen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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