Devisen: Wetten auf „Italexit“ laufen

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Vor Italien-Referendum wächst die Angst um den Euro

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Wetten auf „Italexit“ laufen

Bereits vor der Volksabstimmung haben ausländische Anleger offenbar riesige Wetten auf einen Kurssturz an der Mailänder Börse platziert, wie deren Chef, Raffaele Jerusalmi, sagte. Unter Börsianern macht bereits das Wort „Italexit“ die Runde – also ein Abschied des Landes aus der Währungsunion.

In den vergangenen Jahren stand das hoch verschuldete Euro-Zonen-Mitglied Griechenland im Fokus. Ein „Grexit“ wurde jedoch durch gemeinsame Anstrengungen der Europäer und des Internationalen Währungsfonds (IWF) abgewendet, die das Land durch massive Finanzhilfen im Euro hielten.

Investoren blicken nun mit bangem Blick nach Rom: Sie hegen auch die Sorge, dass ein Sturz der Regierung die Sanierung krisengeplagter Banken erschweren würde. Die wichtigsten italienische Geldhäuser haben 29 Prozent aller faulen Kredite von Großbanken in der Euro-Zone in ihren Büchern, wie aus Daten der Europäischen Zentralbank (EZB) hervorgeht. Dies ist neben der fast schon chronischen Wachstumsschwäche des Landes, dem hohen Schuldenberg des Staates und der ausufernden Bürokratie nur eines der Probleme, mit denen Renzi zu kämpfen hat.

Der weltgrößte Vermögensverwalter Blackrock nutzte die Zeit vor dem Referendum in Italien unterdessen, um in Europa auf Schnäppchenjagd zu gehen. Das Engagement bei europäischen Banken und anderen Finanztiteln, die vor dem Votum unter Druck geraten sind, sei ausgeweitet worden, sagte Blackrock-Manager Rick Rieder. An italienischen Anleihen halte das Unternehmen weiter fest. Allerdings sei hier das Engagement rückläufig.

Die Vermögensverwalter der Deutschen Bank macht das Verfassungsreferendum nach eigenem Bekunden nicht allzu nervös. Laut dem Chef-Anlagestrategen der Deutschen Asset Management, Stefan Kreuzkamp, sind viele Risiken am Markt schon eingepreist. Bei italienischen Staatsanleihen sehe er sogar die Chance weiterer Zukäufe.

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Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Hoffe mal, dass Renzi auch zu seinen Wort als Italiener steht und er von seinen Amt zurücktritt, wenn er die Abstimmung verlieren sollte.

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