Devisen
Yuan klettert auf Rekordhoch

Chinas Notenbank hat den Wechselkurs des Dollars so weit gesenkt wie seit 20 Jahren nicht mehr. Die Währung des Landes ist daraufhin auf ein Rekordhoch gestiegen. Der Dollar schwächelt wegen des US-Budgetstreits weiter.
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FrankfurtUngeachtet schwacher Exportdaten ist die chinesische Währung am Montag auf ein Rekordhoch gestiegen. Ein Dollar verbilligte sich auf bis zu 6,1073 Yuan. Zuvor hatte die chinesische Notenbank den Referenz-Wechselkurs des Dollar bei 6,1406 Yuan festgesetzt, so niedrig wie nie zuvor seit Einführung des heimischen Devisenmarktes 1994. Die chinesische Währung ist nicht frei handelbar, sondern darf einen von der Notenbank täglich festgesetzten Kurs um maximal ein Prozent über- oder unterschreiten.

Analysten warnten davor, den überraschenden Rückgang der chinesischen Exporte im September überzubewerten. Die Zahlen sähen auf den ersten Blick schlecht aus. Schließlich seien die Vergleichswerte verzerrt, als Firmen über fingierte Geschäfte versucht hätten, die strikten chinesischen Kapitalverkehrskontrollen zu umgehen.

Zudem rutschte der Dollar zur japanischen Valuta um bis zu 0,5 Prozent auf 98,09 Yen ab. Der Euro verteuerte sich auf 1,3555 Dollar von 1,3540 Dollar zum New Yorker Freitagsschluss. Der Dollar-Index büßte 0,1 Prozent ein.

„Es ist enttäuschend, dass über das Wochenende immer noch keine Einigung im Haushaltsstreit erzielt wurde“, sagte Volkswirt Lee Hardman von der Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ. „Je näher wir der Deadline kommen, desto stärker wird der Dollar/Yen unter Verkaufsdruck geraten.“ Die japanische Währung gilt bei vielen Anlegern als sicherer Hafen für den Fall, dass sich Republikaner und Demokraten im US-Kongress nicht bis Donnerstag auf die Anhebung der gesetzlichen Schuldenobergrenze von derzeit 16,7 Billionen Dollar einigen. Denn dann droht der weltgrößten Volkswirtschaft die Zahlungsunfähigkeit.

Am Rentenmarkt bewegte sich der Bund-Future kaum und notierte bei 139,70 Punkten. Hier sorgte unter anderem der Feiertag in den USA (Columbus Day) für Zurückhaltung, da die T-Bonds nicht gehandelt wurden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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