Devisen
Zinsphantasie treibt Euro auf neues Rekordhoch

Angetrieben von Zinsspekulationen hat der Euro auch am Donnerstag seine Jagd nach Höchstständen fortgesetzt. Die Gemeinschaftswährung markierte bereits am sechsten Handelstag in Folge einen Rekordstand zur US-Währung.

HB FRANKFURT. Die Gemeinschaftswährung kletterte bis auf 1,4189 Dollar. Am späten Nachmittag bröckelte der Kurs des Euro auf 1,4155 Dollar ab. Händler begründeten den anhaltenden Höhenflug des Euro mit Spekulationen über eine weitere Zinssenkung der US-Notenbank (Fed) im Oktober. „Die Erwartungen am Markt, dass die Fed einen weiteren Zinsschritt nach unten macht, nehmen immer stärker zu“, sagte ein Händler. Diese nährten neue Daten vom krisengeschüttelten US-Immobilienmarkt. Der Absatz neuer Eigenheime in den USA ist im August überraschend stark um mehr als acht Prozent auf den niedrigsten Stand seit gut sieben Jahren gesunken. Die Fed hatte erst vergangene Woche den Leitzins um 50 Basispunkte auf 4,75 Prozent gesenkt, um die wegen der US-Hypothekenkrise angeschlagene Wirtschaft zu stützen.

In der Euro-Zone gibt das unverändert dynamische Geldmengenwachstum (M3) Händlern zufolge der EZB zudem ein Argument für weitere Zinserhöhungen an die Hand. Im August ist M3 im Vergleich zum Vorjahresmonat bereinigt um 11,6 Prozent gestiegen. Nach Ansicht der EZB weist die übermäßige Geldversorgung der Wirtschaft auf längerfristige Inflationsgefahren hin. „Wir glauben, dass die Europäische Zentralbank sich nicht von ihrer geplanten Zinserhöhung abbringen lassen wird“, sagte Helaba-Analystin Claudia Windt. „Aber wahrscheinlich wird der Schritt erst im März oder April nächsten Jahres kommen.“ Derzeit liegt der Zinssatz in der Euro-Zone bei 4,00 Prozent.

Die jüngsten Daten vom US-Immobilienmarkt gaben den europäischen Rentenmärkten Auftrieb. Der richtungweisende Bund-Future kletterte am Nachmittag in der Spitze um 21 Ticks auf 112,43 Zähler, fiel danach aber wieder auf sein altes Niveau von 112,25 Punkten zurück. Händlern zufolge erhöhten die schwachen Zahlen vom US-Häusermarkt die Wahrscheinlichkeit einer erneuten Zinssenkung in den USA. Von einer Trendwende an den zuletzt unter Druck geratenen Rentenmärkten wollten sie aber nicht sprechen. „Solange die Aktienmärkte so freundlich sind, gehen die Kurse an den Rentenmärkten nach unten“, sagte ein Händler.

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