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Euro-Anleger schauen auf Draghi

Sollte die EZB heute den Leitzins senken, wäre dies die ganz große Überraschung. Mittlerweile rechnet nämlich kein Analyst mit diesem Schritt. Der Euro profitiert von den Abwertungen anderer Währungen.
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FrankfurtVor der Ratssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) hat sich der Euro kaum bewegt. Die Gemeinschaftswährung notierte am Donnerstag mit 1,3535 Dollar in Reichweite ihres New Yorker Vortagesschlusses. „Mittlerweile erwartet kein Analyst mehr, dass die EZB heute die Zinsen senkt“, schrieb Commerzbank-Experte Lutz Karpowitz in einem Kommentar. „Dafür waren die letzten Daten aus dem Euroraum einfach zu gut.“

Er rechnet auch nicht damit, dass Draghi eine Diskussion über eine aktive Wechselkurspolitik führen wird. Frankreichs Präsident Francois Hollande hatte am Dienstag vor dem EU-Parlament eine aktive Wechselkurspolitik gefordert, um den Euro und die Unternehmen in der Europäischen Union gegen Abwertungen anderer Währungen zu schützen.

Auslöser der Debatte ist der jüngste Kursanstieg des Euro auf zeitweise knapp über 1,37 Dollar. Karpowitz geht davon aus, dass Draghi dem Markt klarmachen wird, dass die EZB auch bei einer weiteren Aufwertung des Euro nicht einschreiten wird. Das könnte der Gemeinschaftswährung Rückenwind geben, prognostizierte er.

Der Bund-Future bewegte sich kurz nach Handeleröffnung kaum: Er notierte unverändert bei 142,54 Punkten.

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