Hype um Bitcoins
„Zittrige Hände sind eingestiegen“

Wird eine Hackerwährung zum Spekulationsobjekt? Der Chef des deutschen Online-Marktplatzes Bitcoin.de spricht über die Pläne einer eigenen Börse, die jüngste Hackerattacke und Server, die per Express-Lieferung kommen.
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DüsseldorfHerr Flaskämper, Sie sind Geschäftsführer von Bitcoin.de, dem größten deutschen Online-Marktplatz für Bitcoins. In der Nacht auf Mittwoch gab es einen Angriff auf Ihre Kunden. Was ist passiert?
Oliver Flaskämper: Hacker haben die E-Mail-Konten von Kunden gehackt und sich darüber Zugang zu deren Bitcoins verschafft, die auf unseren Servern hinterlegt waren.

Wie viele Kunden sind betroffen und wie viele Bitcoins haben die Hacker gestohlen?

Nach derzeitigem Stand sind zwölf von unseren mehr als 50.000 Kunden-Konten betroffen, denen insgesamt Bitcoins im Wert von umgerechnet 38.000 Euro gestohlen wurden. Ich möchte aber betonen, dass nicht Bitcoin.de gehackt wurde, sondern einzig und allein die E-Mail-Konten der betroffenen Kunden.

Woher wussten die Hacker dann, dass die geknackten E-Mail-Adressen zu einem Konto auf Bitcoin.de führen?

2011 wurde eine Liste mit Kundendaten der weltgrößten Bitcoin-Börse Mt. Gox gestohlen. Die Hälfte der bei uns betroffenen Kunden stand augenscheinlich auf dieser Liste. Anschließend haben die Hacker dann offenbar durchgetestet, auf welchen Bitcoin-Marktplätzen die Opfer sonst noch mit den gleichen Zugangsdaten registriert waren. Und so sind sie vermutlich auch auf uns gestoßen. Die andere Hälfte der User wurde vermutlich anderweitig ausgespäht.

Wie haben Sie reagiert?

Unser automatisches Sicherheitssystem hat die Unregelmäßigkeiten sehr schnell bemerkt und weitere Auszahlungsanforderungen blockiert. Seither prüfen wir jede Auszahlungsaufforderung manuell. Darüber hinaus werden wir ein SMS-TAN-Verfahren anbieten und unser bisher optionales Zwei-Wege-Sicherheitsverfahren zur Pflicht machen.

Bereits vergangene Woche ist der Bitcoin-Kurs eingebrochen. Wie hart trifft Sie der Crash?

Bis zum Crash hatten wir keine Kurve mehr, sondern eher einen senkrechten Strich nach oben. Es sind immer mehr zittrige Hände in den Markt eingestiegen, die nur auf schnellen Profit aus waren und sich mit der Bitcoin-Idee und Technik gar nicht befasst haben. Insofern war eine Kurskorrektur wohl unvermeidlich.

Der Crash hat das Vertrauen in Bitcoins erschüttert. Ihr Verdienst pro Transaktion steigt und fällt mit dem Kurs. Daher nochmal: Wie hart trifft Sie der Einbruch?

Er trifft uns nicht hart, weil wir überzeugt davon sind, dass wir auch diesen Crash hinter uns lassen. Schon 2011 hatten wir einen Einbruch mit genau den gleichen Begleiterscheinungen. Ich bin davon überzeugt, dass Bitcoins trotz der beiden Crashs auch in sechs Jahren noch da sein werden.

Mag sein. Aber die Frage ist, was sie dann noch wert sind.

Vor dem Crash 2011 hatten wir einen Kurs von 30 Dollar. Vor dem Crash 2013 waren es 260 Dollar. Ich hätte kein Problem damit, wenn wir 2015 einen Crash mit 2.500 Dollar hätten. So gesehen bin ich immer noch relativ entspannt.

Kommentare zu "„Zittrige Hände sind eingestiegen“"

Alle Kommentare
  • der müll ist nichts weiter "wert" wie die netz-klammlose oder die anderen "versuchtskaninchen" die durch die glasfaser getrieben werden. läuft dann wie die derivate-bombe die mehr als eine halbe billion us$/€ ausmachen. papier oder elektronischer firlefans ist geduldig, nur schall, rauch las vegas plunder. nichts bleibt nichts und ist nicht. schon mal überlegt, was die elektric bilionäre machen, wenn der strom weg ist oder eine magnetbombe allen elektronengeräten den gar aus machen? was dann, alle wieder arm wie kirchenmäuse. schöööön.

  • Bitcoins sind als Geld völlig ungeeignet. In einem Zinseszinssystem müssen sich Geldmenge, realwirtschaftliches Wachstum und Zinsen analog zueinander entwickeln. Ist das nicht der Fall, muss das System mathematisch zwingend kollabieren. Eine von vornherein begrenzte Geldmenge ist ein Rohrkrepierer für die Geldfunktion - aber natürlich eine tolle Sache für die Spekulationsfunktion, genauso wie Oldtimer, Tulpenzwiebeln, Kondome aus dem letzten Jahrhundert oder auch ... Edelmetalle wobei sich letztere diese Stellung über eine Historie von mehreren Jahrtausenden erarbeitet haben...

    Bitcoins sind Spekulantenspielzeug

  • Das ist doch eine Falle.

    Wenn ich schon zu eienr Alternativ Währung greifen will, dann:

    - Gold
    - Edelmetalle
    - Immobilien

    Alles andere hat in inharente Wertigkeit und die beruht immer auf Vertrauen. Gold war Zahlungsmittel seit ewigen Zeiten, silbe auch.

    Aber bit-coins ?

  • BitCoins sind eine ernstzunehmende Alternative zum bestehenden Finanzsystem.
    Der Untergang des derzeitigen Finanzsystems ist durch die Zinseszinsformel und das bei jeder Transaktion erzeugte Giralgeld vorstrukturiert. Wer die Augen davor verschließt, dass die Zinseszinsfunktion keine lineare, sondern eine exponenzielle Funktion ist (Stichwort Jakobspfennig), wird nie verstehen, warum wir immer wieder in "Finanzkrisen" geraten werden. Vermögen und Schuldendienste steigen exponenziell und destabilisieren das System nach einem überschaubaren Zeitraum von etwa 30 Jahren, weil die Geldmenge stetig wächst und zu den Auswüchsen führt, die wir derzeit beobachten: Anhäufung von Vermögen bei Wenigen und sozialisierte Schuldenlasten bei den Anderen.
    Eine Welt, deren Ressourcen nun einmal begrenzt sind, braucht ein Finanzsystem, dessen Ressourcen begrenzt sind, wenn es einen nachvollziehbaren und fairen Zusammenhang zwischen Realwirtschaft, Ressourcen und Finanzsystem geben soll. Vor diesem Hintergrund hatte und hat Gold trotz aller Unkenrufe immer noch seine Berechtigung, genauso wie BitCoins durch die begrenzte Menge eine Möglichkeit aufzeigen, die begrenzten Ressourcen unseres globalen Wirtschaftslebens mit einem begrenzten Wertsystem zu spiegeln.

  • das mag ja alles gut und schön sein.

    Aber auch bitcooins kann man manipulieren. Oder denkt jemand noch, dass unser Bankster alle doof sind?

    Gold dagegen ist materiell und kann NIE mit einem Zählerzrädchen oder PC-Programm vervielfacht werden.

  • Die Bitcoin-Wallet Programme (das sind die Geldbörsen in denen man bitcoin aufbewahrt) enthalten keine Bitcoins sondern nur den kryptographischen Schlüssel auf das grosse Hauptbuch in dem alle bitcoins im peer-to-peer Verbund verbucht sind. Da ist nichts zu kopieren. Und mit einem Zählerrädchen kann man auch keinen SHA-256 Schlüssel knacken. Vielleicht einfach vorher über die Fakten informieren.

  • Man kann alles manipulieren, Menschen, Systeme und auch den Goldpreis. Geschenkt.
    Vor dem Hintergrund, dass das Internet keine Technologie mehr ist, sondern das Betriebssystem für unsere Gesellschaft, wird niemand bei einer als sicher eingestuften kryptographisch erzeugten Währung ausschließen wollen, dass es trotz extrem geringer Wahrscheinlichkeiten und eindeutiger Gesetzeslagen immer eine sehr erfindungsreiche kriminelle Spezies geben wird, die auf ihren eigenen Vorteil bedacht ist und Hürden überwindet.
    Letztlich ist der Hinweis auf kriminelle Machenschaften ein Totschlagargument, aber keins gegen BitCoins - denn: Mord ist auch verboten, kommt trotzdem immer wieder vor.

  • Die Anhänger von Gold und Silber sind lustig. Ist ungefähr so als würden sie krampfhaft ihre geliebten Faxgeräte festhalten. Internetkommunikation? Was? Das braucht kein Mensch, alles Mumpitz.

    Sitzen auf Ihrer Gold/Silber-Titanik und denken die hat im Jahr 2013 noch die gleiche Kraft / das gleiche Potential wie 1913.
    Spielen weiter Ihre Musik, sie sitzen ja schließlich auf der RIESIGEN UNSINKBAREN TITANIK !!

    Die schicken sicher auch noch Postkarten weil E-Mails kann ja jeder mitlesen. LOL. Die haben echt den Gong noch nicht gehört.

  • Bitcoins sind eine prima Ergänzung zu Gold und Silber.

    Es ist vom Prinzip ähnlich (sogar extremer). Die produzierte Goldmenge steigt, wenn der Preis steigt. Bei Bitoins ist das nicht so.

    Nur der letzte Anstieb war total irre, das konnte so nicht weitergehen.

    Der Markt ist auch nicht liquide und einfach zu manipulieren.

    Das wird sich mit der Zeit (mit steigendem Kurs) ändern.

    Wenigstens gibt es keine Optionen auf Bitcoins und man kann auch nicht mit Lehrverkäufen den Markt manipulieren.

    Dafür geht das mit relativ kleinen Geldmengen.

    Ich gehe davon aus, das der Markt von den Großen immer mal wieder durchgeschüttelt wird, um zu demonstrieren wie unsicher Bitcoins sind.

    Nichts für schwache Nerven...

  • Lol! Ha ha ha ha, schluchz, auf sowas würde ich im Leben nicht setzen. Software? Ha ha ha prust, jeder Schlüssel ist knackbar, wenn man ihn nur oft genug benutzt. Sic. Da sollten alle mal hoffen, dass der Algorithmus zur Erzeugung der Bitcoins keine Nachahmer findet, oder besteht etwa der ganze Wert darin, dass der "Besitzer" in einer Datenbank erfasst ist? Dann wartet mal die jährliche Rechnung für diese "Geldbörse" ab. Ich raff's nicht. Aber ja, Microsoft bekommt ja auch alle 2 Jahre Lizenzgeld für das nächste unfertige Betriebssystem, gell!

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