Devisenbericht
Euro fällt nach Aussagen Almunias zum Dollar

Aussagen des EU-Wirtschafts- und Währungskommissars Joaquin Almunia haben am Donnerstag den Euro belastet. Allmählich häufen sich Äußerungen von Währungshütern, in denen diese sich über die anhaltende Euro-Stärke besorgt zeigen.

HB FRANKFURT. Die Gemeinschaftswährung fiel am Abend auf ein Tagestief von 1,4532 Dollar nach 1,4632 Dollar am Vorabend in New York. Almunia hatte in Göteborg am Rande des Treffens der Eurogruppe gesagt, die Finanzminister der Euro-Zone würden vor dem G7-Treffen über die Stärke des Euro sprechen. Am Wochenende beraten die Finanzminister und Notenbankchefs der sieben führenden Industrieländer (G7) in Istanbul die Lage an den Finanzmärkten. Almunia räumte ein, der Euro habe zuletzt aufgewertet.

Allmählich häuften sich die Aussagen von Währungshütern aber, stellte Daragh Maher, Währungsstratege bei Calyon in London, fest. "Wenn der Dollar weiter schwach bleibt, wird das für viele zum Problem", fügte Maher hinzu. Auch EZB-Chef Jean-Claude Trichet in dieser Woche für einen starken Dollar ausgesprochen. Am Donnerstag warnte er zudem, exzessive Währungsschwankungen hätten negative Auswirkungen.

Die am Nachmittag veröffentlichten US-Konjunkturdaten vermochten dem Euro keine neuen Impulse zu geben. Allerdings trieb der überraschende Rückgang des US-Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe (ISM) im September die Anleger wieder verstärkt in die Anleihen. Daneben war der Wochenbericht vom US-Arbeitsmarkt schlechter als erwartet ausgefallen. Viele sahen darin ein negatives Signal für die am Freitag erwarteten Arbeitslosenzahlen aus den USA. Der Bund-Future stieg um 29 Ticks auf ein Tageshoch von 122,17 Punkte.

Am Vormittag hatte das schlechte Ergebnis von Versteigerungen französischer Staatsanleihen den Terminkontrakt in der Spitze um 37 Ticks auf 121,51 Punkte ins Minus gedrückt. "Die französische Auktion war die schlechteste, an die ich mich erinnern kann", sagte ein Händler in London. Frankreich hatte Papiere über verschiedene Laufzeiten im Gesamtvolumen von mehr als sieben Mrd. Euro verkauft. Allerdings hatte die Regierung in Paris eigentlich Schulden von acht Mrd. Euro an den Kapitalmärkten aufnehmen wollte. Am Vortag hatte Frankreich weitere Versteigerungen von Staatspapieren im Volumen von zehn Mrd. Euro für das vierte Quartal angekündigt. "Das Timing war schlecht", erklärte Commerzbank-Stratege David Schnautz. Insgesamt werden in dieser Woche die EU-Länder an den Kapitalmärkten Schulden für 31 Mrd. Euro aufnehmen.

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