Devisenbericht
Euro klettert auf Allzeithoch zum Yen

Weitere massive Yen-Verkäufe haben den Euro am Dienstag auf ein Allzeithoch zur japanischen Währung geführt. Als ausgesprochen ruhig und impulsarm beschrieben Händler dagegen das Geschäft mit dem US-Dollar, so dass sich der Kurs des Euro im Handelsverlauf insgesamt auf dem Vortagesniveau stabilisierte.

HB FRANKFURT. Die europäische Gemeinschaftswährung kostete am Nachmittag um 1,1780 Dollar. Die europäische Zentralbank (EZB) legte den Referenzkurs mit 1,1783 (Montag: 1,1767) Dollar fest. Im Referenzkursverfahren der Banken EuroFX stieg der Euro auf 1,1773 (1,1713) Dollar. Zum Yen stieg der Euro auf den bislang höchsten Stand von 142,81 Yen. „Im Verhältnis Euro-Dollar ist offensichtlich schon fast alles passiert, da gibt es nicht mehr viel Abwärtspotenzial“, sagte Devisenstratege Andreas Hahner von Dresdner Kleinwort Wasserstein. Die Dollar-Stärke der vergangenen Wochen sei ausgereizt, was sich unter anderem auch in einer schwächeren Dollar-Entwicklung zum britischen Pfund oder zum kanadischen Dollar widerspiegele. Der Euro war in den vergangenen Wochen vor allem wegen der Zinsdifferenz zum Dollar-Raum deutlich unter Druck geraten und vor knapp drei Wochen bis auf ein Zwei-Jahres-Tief bei 1,1641 Dollar gefallen. Inzwischen zeichnet sich Experten zufolge jedoch ein Ende im Zinserhöhungszyklus der US-Notenbank (Fed) ab. „Wir gehen davon aus, dass die Fed die Zinsen noch bis auf 4,75 Prozent anheben wird, und wir dann schon im zweiten Halbjahr 2006 wieder Zinssenkungen sehen werden“, sagte Hahner. Ende nächsten Jahres sieht er den US-Leitzins wieder auf dem derzeitigen Stand von 4,00 Prozent.

Die nächste Sitzung des für die Zinsentscheidungen zuständigen Offenmarktausschusses der Fed findet am Dienstag kommender Woche statt. Eine Anhebung des Leitzinses auf dann 4,25 Prozent gilt unter Marktteilnehmern als ausgemachte Sache. Mit Spannung wird allerdings der Kommentar des scheidenden Fed-Chefs Alan Greenspan erwartet. „Falls die Fed vorhat, den Leitzins bis auf fünf Prozent anzuheben, wird sie dafür am Dienstag klare Hinweise geben“, sagte ein Analyst.

Für den Euro-Raum hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins vergangenen Donnerstag zum ersten Mal seit fünf Jahren auf aktuell 2,25 Prozent angehoben. Eine Serie von Zinserhöhungen nach dem Beispiel der USA soll es EZB-Chef Jean-Claude Trichet zufolge aber für den Euro-Raum nicht geben.

Der Yen fiel auch zu anderen Währungen auf Rekordtiefs. Dabei setzten die Investoren offensichtlich vor allem auf Anlagen in Australien, Neuseeland oder Kanada. „Die Japaner haben bei G-7 den Yen ja praktisch zum Abschuss freigegeben, offensichtlich haben sie mit der momentanen Abwertung noch kein Problem“, sagte Hahner. Japanische Regierungsmitglieder hatten sich beim Treffen der Finanzminister und Notenbankchefs der sieben führenden Industrieländer (G-7) am Wochenende über den Kursverlust des Yen unbesorgt gezeigt. „Die Yen-Schwäche wurde noch einmal dadurch verstärkt, dass die japanische Notenbank offensichtlich keine Eile hat und auch vom Finanzministerium nicht gedrängt wird, die Zinsen zu erhöhen“, sagte Währungsstratege Neil Mellor von der Bank of New York.

Die Notenbank von Kanada hat am Nachmittag den Leitzins um 25 Basispunkte auf 3,25 Prozent angehoben. Im Laufe der Woche wird zudem eine Anhebung des Zinssatzes in Neuseeland auf dann 7,25 Prozent erwartet. Der australische Leitzins liegt aktuell bei 5,5 Prozent.

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