Devisenbericht
Euro klettert über Marke von 1,31 Dollar

Trotz schwacher Konjunkturdaten konnte die Gemeinschaftswährung am Dienstag weiter zulegen. Der Euro kletterte über die Marke von 1,31 US-Dollar. Unterstützung kam auch von den Anleihemärkten.
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FrankfurtDer Euro hat am Dienstag trotz schwacher Konjunkturdaten gewonnen. Die Gemeinschaftswährung kletterte über die Marke von 1,31 US-Dollar und erreichte den höchsten Stand seit Ende Februar. Der Euro legte zuletzt 0,8 Prozent auf 1,3134 Dollar zu. Im vorläufigen Tageshoch war der Euro auf bis zu 1,3151 Dollar gestiegen und im bisherigen Tief auf bis zu 1,3028 Dollar gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,3129 (Montag: 1,3081) Dollar fest.

Unterstützung erhielt der Euro von den Anleihemärkten. Spanien und Italien konnten sich beim Verkauf von Staatspapieren über gestiegenes Vertrauen von Investoren freuen. Zudem wurde der Dollar durch Aussagen des US-Topnotenbanker William C. Dudley geschwächt. „Ich sehe das derzeitige Tempo der Anleihekäufe als angemessen an“, sagte Dudley und dämpfte so die zuletzt gestiegenen Erwartungen eines frühzeitigen Ausstiegs aus der ultralockeren Geldpolitik.

Ein unerwartet deutlich ausgefallener Rückgang der vom Mannheimer Wirtschaftsforschungsinstitut ZEW ermittelten Konjunkturerwartungen deutscher Finanzprofis konnte den Kursauftrieb beim Euro nicht bremsen. Allerdings hält sich der Index trotz der schwachen Daten im April auf dem drittbesten Stand der letzten 24 Monate. „Im Grundsatz bleiben die Finanzmarktexperten positiv gestimmt“, sagte ZEW-Chef Clemens Fuest.

Der Yen verlor zuletzt 1,7 Prozent zum Euro auf 128,36 Yen, nachdem die japanische Landeswährung am Vortag noch um 2,2 Prozent aufgewertet hatte. Zum Dollar sank die japanische Devise - nach einem Anstieg um 1,6 Prozent am Vortag - zuletzt um ein Prozent auf 97,75 Yen.

Der Schweizer Franken war 0,2 Prozent leichter zum Euro bei 1,2163 Franken und gewann gegenüber dem Dollar 0,6 Prozent auf 92,61 Rappen.

Das britische Pfund fiel zum Euro auf den tiefsten Stand seit fast einem Monat. Das Pfund gab gegenüber der Gemeinschaftswährung 0,7 Prozent auf 85,87 Pence nach. Das war der niedrigste Kurs seit dem 20. März. Die Jahresteuerung verharrte im März bei 2,8 Prozent und lag damit deutlich über dem Inflationsziel der britischen Notenbank von zwei Prozent.

Yen und Dollar gaben ihre kräftigen Kursgewinne vom Vortag wieder größtenteils ab. Die Erholung des Goldpreises und steigende US-Aktienmärkte dämpften die Nachfrage nach den als sicher geltenden Währungen. Beide Währungen hatten am Montag angezogen, nachdem sich das Wachstum in China überraschend verlangsamt hatte.

“Der Pessimismus von gestern war womöglich übertrieben”, sagte Jane Foley, leitende Währungsstrategin von Rabobank International in London. “Die Bewegungen, die wir bei Gold und an den Aktienmärkten gesehen haben, waren so stark, dass es nun wahrscheinlich eine Umkehr geben wird.”

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  • Die Goldkurse an den Boersen sind doch nur eine Momentaufnahme. Ob die Kurse manipuliert oder nicht, wer Besitzer von physischem Gold ist, sollte sich bei fallendem Goldkurs mit weiterem Kauf von physischem Gold aktiv beteiligen.Die Geschichte hat immer den Beweis erbracht, dass Gold der bessere Vermoegensaufbewahrungsort ist.

  • Lasst doch die Untergangswährung der EU-Pleitegeier ein paar Cent abrutschen, dann wird endlich das wahre Geld, GOLD, wieder in Euro teurer.

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