Devisenbericht
Euro stoppt Talfahrt

Die Märkte verarbeiten das Wahlergebnis in Italien. Nach anfänglichen Verlusten hat sich der Euro leicht erholt. Die Kursverluste italienischer Staatspapiere hielten sich in Grenzen.
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Frankfurt Der Euro hat am Dienstag nach anfänglichen Verlusten etwas zugelegt. Einige Investoren nutzten die vorausgegangenen Verluste als günstige Einstiegschance. Für Belastung sorgte das unklare Wahlergebnis in Italien.

“Die politische Unsicherheit in Italien mag Euro-negativ sein, aber es ist nicht so schlimm wie das, was in Griechenland passierte”, sagte Geoffrey Hu, leitender Währungsstratege bei der UBS AG in London. Das Versprechen von EZB-Präsident Draghi, alles Notwendige zu tun, um den Euro zu erhalten, “ist eine starke Abschreckung vor einem Ausverkauf”, fügte er an. Der Markt sei noch nicht bereit, Draghi jetzt herauszufordern, sagte Hu weiter.

Die europäische Einheitswährung wurde zuletzt bei 1,3087 Dollar 0,2 Prozent höher gehandelt. Am Montag hatte der Euro zunächst um bis zu 0,8 Prozent zugelegt und im späteren Verlauf knapp ein Prozent eingebüßt.

“Wir hören von einem großen Euro-Käufer im Markt und daher steht die Kurserholung wohl nicht im Zusammenhang mit Nachrichten”, sagte Jane Foley, Leitende Währungsstrategin bei der Rabobank International in London.

Der Favorit bei den Wahlen, der Führer des Mitte-Links- Bündnisses, Pier Luigi Bersani, kommt zwar in der Abgeordnetenkammer auf eine Mehrheit, nicht aber in der zweiten Kammer, dem Senat. Im Senat würde auch eine Koalition mit den von Mario Monti geführten Parteien nicht für eine Mehrheit reichen. Rechnerisch würde eine Koalition mit der Partei des Ex- Komikers Beppe Grillo zu einer Mehrheit führen. Beobachter sprechen bereits davon, dass Neuwahlen unvermeidlich seien.

“Der Euro wird volatil und nervös sein”, sagte Peter Rosenstreich, Chef-Devisenstratege bei Swissquote Bank SA in Genf. Der Markt sei dabei, die politische Lage in Italien und die potenziellen längerfristigen Auswirkungen zu verdauen, fügte er an.

Der Euro hat in den vergangenen sechs Monaten 5,1 Prozent zugelegt und damit die beste Entwicklung unter den Währungen von zehn Industrieländern verzeichnet. Das zeigen die Bloomberg Correlation-Weighted Indexes. Der größte Verlierer war der Yen mit einem Verlust von 15,8 Prozent. Belastung für den Yen kommt von der Aussicht auf eine weiter gelockerte Geldpolitik durch die Bank of Japan.

Der Yen verlor 0,4 Prozent zum Euro auf 120,39 Yen und lag zum Dollar 0,2 Prozent im Minus bei 92,00 Yen.

Der Schweizer Franken verlor 0,1 Prozent zum Euro auf 1,2189 Dollar. Zum Dollar war der Franken 0,1 Prozent stärker bei 93,10 Rappen.

Agentur
Bloomberg 
Bloomberg / Nachrichtenagentur

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