Devisenbericht
Euro verharrt unter 1,18 Dollar

Der Euro hat am Mittwoch knapp unter der Marke von 1,18 Dollar verharrt. Mit Blick auf die EZB-Zinsentscheidung am Donnerstag sprachen Händler von einem abwartenden Geschäft.

HB FRANKFURT. Die Gemeinschaftswährung bewegte sich in einer engen Handelsspanne um ihren Schlusskurs vom Vortag in New York von 1,1779 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) legte den Referenzkurs am frühen Nachmittag mit 1,1769 (Vortag 1,1793) Dollar fest. „Es ist die Ruhe vor dem Sturm“, sagte ein Devisenstratege. „Kaum ein Investor ist angesichts zahlreicher Konjunkturdaten und der EZB-Sitzung am Donnerstag bereit, größere Positionen einzugehen.“ Seiner Aussage nach warten die Anleger auf einen klaren Trend.

Auch ein überraschend starkes Wachstum der US-Wirtschaft im dritten Quartal wirkte sich kaum am Devisenmarkt aus. „Die BIP-Zahlen waren zwar gut, aber offensichtlich nicht gut genug, um kurzfristig eine Dollar-Stärke-Phase einzuleiten“, sagte der Experte. Das US-Handelsministerium hatte seine Schätzung für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im dritten Quartal auf 4,3 Prozent von zuvor 3,8 Prozent nach oben angehoben.

Unterdessen stimmte EZB-Direktoriumsmitglied Lorenzo Bini Smaghi die Finanzmärkte weiter auf eine Anhebung des Leitzins am Donnerstag auf 2,25 Prozent von 2,0 Prozent ein. Die Strategie der EZB sei ganz klar, die Leitzinsen von derzeit zwei Prozent begrenzt anzuheben, um eine niedrige Inflation zu garantieren, sagte Bini Smaghi am Mittwoch. Bereits vor zwei Wochen hatte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet die Bereitschaft der Notenbank zu einer moderaten Zinsanhebung signalisiert.

Die Anhebung der Zinsen in der Euro-Zone wird dem Euro Händlern zufolge daher kaum mehr Auftrieb geben können. „Für die Märkte ist die Begründung für den Zinsschritt wichtiger als der Zinsschritt selbst“, sagte ein Händler. Die Märkte erhoffen sich von den Ausführungen Trichets im Anschluss an die Zinsentscheidung Hinweise auf die weitere Zinspolitik. Anders als in den USA, wo die Notenbank die Zinsen seit Sommer vergangenen Jahres um drei Prozentpunkte auf vier Prozent angehoben hat, wird in der Euro-Zone nach dem Zinsschritt vom Donnerstag nur noch mit ein oder zwei weiteren Zinserhöhungen im nächsten Jahr gerechnet. „Für die weitere Zinsentwicklung ist vor allem das Inflationsrisiko in der Euro-Zone entscheidend“, sagte ein Händler.

Die vom Europäischen Statistikamt (Eurostat) veröffentlichten Preisdaten hatten zunächst kaum Einfluss auf die Kursgestaltung.

Im Referenzkursverfahren der Banken (EuroFX) wurde der Euro mit 1,1774 (Dienstag 1,1819) Dollar festgezurrt. Zum Yen bewegte sich der Dollar in einer engen Spanne um den Vortagesschlusskurs von 119,61 Yen.

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