Devisenbericht
US-Dollar stabilisiert sich wieder

Dank der US-Konjunkturdaten kann der Dollar sich von seinem Vier-Wochen-Tief wieder leicht erholen. Zum Euro hielt er sich unverändert. Indes belasten schwache Wirtschaftsdaten aus Großbritannien das Pfund Sterling.
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FrankfurtKonjunkturdaten haben am Mittwoch die wirtschaftliche Erholung der USA bestätigt und damit den Dollar stabilisiert. Der Greenback schaffte es zu einem Korb aus sechs Währungen leicht ins Plus, nachdem er am Vortag auf ein Vier-Wochen-Tief gefallen war. Zum Euro hielt sich der Dollar unverändert um 1,3320 Dollar.

Die US-Auftragseingänge für langlebige Güter sind im Februar mit einem Plus von 2,2 (Januar: minus 3,7) Prozent zwar nicht so stark gestiegen wie prognostiziert, Analysten werteten sie dennoch positiv. „Insbesondere die Tatsache, dass auch ohne die Flugzeugbestellungen ein Plus der Aufträge verbucht werden konnte, zeigt, dass die wirtschaftliche Erholung fortschreitet und der schwache Januarwert bislang nicht als Trendwende zu beurteilen ist“, sagte Helaba-Analyst Ralf Umlauf. „Die Auslieferungen der zivilen Kernkapitalgüter weisen im Drei-Monatsvergleich ein Plus von 1,1 Prozent auf. Dies ist ein gutes Zeichen für die Investitionstätigkeit im laufenden Quartal.“ Nach Einschätzung von Volkswirt Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus bieten die Daten den Spekulationen um ein weiteres Anleihenkaufprogramm der US-Notenbank keine neue Nahrung. „Ich gehe nicht davon aus, dass ein solches Programm kommt“, so Sartoris. Aussagen von US-Notenbankchef Ben Bernanke zu der anhaltend hohen Arbeitslosigkeit in der weltgrößten Volkswirtschaft hatten Investoren in den vergangenen Tagen über neue Stützungsmaßnahmen spekulieren lassen.

In Reaktion auf ein unerwartet schwaches Wirtschaftswachstum Ende 2011 verlor das britische Pfund Sterling an Wert. Zum Euro gab das Pfund zeitweise 0,5 Prozent nach, so dass die Gemeinschaftswährung zu 83,95 Pence zu haben war. Zum Dollar rutschte die britische Währung um 0,3 Prozent; für ein Pfund mussten 1,5895 Dollar gezahlt werden.

Die Wirtschaft des Königreichs ist nach jüngsten Daten im vierten Quartal vergangenen Jahres um 0,3 Prozent geschrumpft statt wie bisher geschätzt um 0,2 Prozent. Damit verringert sich das Jahreswachstum auf 0,5 (bisher geschätzt: 0,7) Prozent.

Am Rentenmarkt wurde unterdessen die Versteigerung von sechsmonatigen italienischen Anleihen als Erfolg gewertet. Die Nachfrage nach zehnjährigen Titeln zog an, so dass die Rendite bis auf 5,07 (spätes Vortagesgeschäft: 5,14) Prozent nachgab. Rom hat Papiere im Volumen von 8,5 Milliarden Euro mit einer Durchschnittsrendite von 1,119 (Ende Februar: 1,202) Prozent versteigert. So niedrig war das Niveau seit September 2010 nicht mehr. „Der Ausgang der Auktion ist sehr erfreulich, denn sie zeigt, dass der Trend nachlassender Renditen anhält“, sagte Chiara Manenti von Intesa Sanpalo.

Spanische Zehnjährige rentierten am Nachmittag mit 5,34 (5,36) Prozent. Wie schon am Vortag waren auch portugiesische Anleihen gefragt. Deren Rendite ging bis auf 11,35 (11,55) Prozent zurück. Zehnjährige Bundesanleihen rentierten kaum verändert um 1,87 (1,88) Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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