Devisenexperte Rahn
„Der Yuan kann zweite Leitwährung werden“

China und Japan wollen künftig nicht mehr in Dollar, sondern in eigenen Währungen miteinander handeln. Im Interview erklärt Währungsexperte Jörg Rahn, was das für den Dollar und den Rest der Welt bedeutet.
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Herr Rahn, China und Japan haben überraschend erklärt, der Handel zwischen beiden Ländern künftig nicht mehr in Dollar abgerechnet wird. Was sind die Gründe?

Es geht es in erster Linie um wirtschaftliche Vorteile. Die direkte Umrechnung ist günstiger als der Umweg über den US-Dollar.

Welche Rolle spielt die Krise in Europa und den USA?

Sowohl der US-Dollar als auch der Euro erscheinen derzeit wenig attraktiv. Deshalb sucht Japan nach neuen Möglichkeiten, um einen Teil seiner Leistungsbilanzüberschüsse anderswo anzulegen. Japan hat sich durch das Abkommen den Zugang zu chinesischen Anleihen gesichert.

Gestehen die Japaner damit ein, dass der Yuan in Zukunft die maßgebliche Rolle in Asien spielen wird?

Es ist schon eine Anerkennung der wirtschaftlichen Macht Chinas. Andererseits wertet dieser Schritt gleichzeitig die Bedeutung des japanischen Yen auf.

Was hat China davon?

China könnte von dem Geldzufluss aus Japan profitieren, da vor allem die Provinzen teilweise hoch verschuldet und für den enormen Investitionsbedarf auf Kapital angewiesen sind.

Steckt hinter dem Währungspakt ein Angriff auf den US-Dollar?

Zunächst geht es hier um rein wirtschaftliche Vorteile. Der Wechselkurs des US-Dollar dürfte darunter nicht leiden.

Aber die Bedeutung des Dollars als Weltleitwährung wird geschwächt.

Wenn die Unternehmen diesen Schritt tatsächlich umsetzen, dann würde der Dollar in Asien etwas an Bedeutung verlieren. Zuletzt war aber noch eine gewisse Skepsis der Unternehmen gegenüber einer direkten Konvertierung zu erkennen.

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Ein ähnliches Abkommen mit Europa ist gut möglich

Kommentare zu " Devisenexperte Rahn: „Der Yuan kann zweite Leitwährung werden“"

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  • Guten Tag,... Ja, ja.... und als Dritte nehmen wir Kuhfladen;... als Vierte Muscheln;... als Fuenfte Glasperlen;... als Sechste Weihnachtsplaetzchen;.... Besten Dank

  • Anders ..., wo ständen die Devisenreserven von China, wenn dort unsere Politiker das Sagen hätten. Da diese alle vier Jahre (eigentlich Monate) die Bevölkerung mit sozialen Leistungen gefügig machen, hätte man vermutlich die 3,3 Bill. Dollar statt auf der Haben-, auf der Sollseite.

  • Aber die Kasper von der FED werden den knallartigen Abgang der bunten $-Zettel nicht aufhalten können.

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