Devisenexperte Rahn

„Der Yuan kann zweite Leitwährung werden“

China und Japan wollen künftig nicht mehr in Dollar, sondern in eigenen Währungen miteinander handeln. Im Interview erklärt Währungsexperte Jörg Rahn, was das für den Dollar und den Rest der Welt bedeutet.
14 Kommentare
China schließt ein Währungsabkommen mit Japan. Künftig wollen die beiden im Handel miteinander auf den Dollar verzichten. Quelle: Reuters

China schließt ein Währungsabkommen mit Japan. Künftig wollen die beiden im Handel miteinander auf den Dollar verzichten.

(Foto: Reuters)

Herr Rahn, China und Japan haben überraschend erklärt, der Handel zwischen beiden Ländern künftig nicht mehr in Dollar abgerechnet wird. Was sind die Gründe?

Es geht es in erster Linie um wirtschaftliche Vorteile. Die direkte Umrechnung ist günstiger als der Umweg über den US-Dollar.

Welche Rolle spielt die Krise in Europa und den USA?

Sowohl der US-Dollar als auch der Euro erscheinen derzeit wenig attraktiv. Deshalb sucht Japan nach neuen Möglichkeiten, um einen Teil seiner Leistungsbilanzüberschüsse anderswo anzulegen. Japan hat sich durch das Abkommen den Zugang zu chinesischen Anleihen gesichert.

Gestehen die Japaner damit ein, dass der Yuan in Zukunft die maßgebliche Rolle in Asien spielen wird?

Es ist schon eine Anerkennung der wirtschaftlichen Macht Chinas. Andererseits wertet dieser Schritt gleichzeitig die Bedeutung des japanischen Yen auf.

Jörg Rahn ist Währungs- und Aktienexperte vom Hamburger Vermögensverwalter Marcard, Stein und Co.

Jörg Rahn ist Währungs- und Aktienexperte vom Hamburger Vermögensverwalter Marcard, Stein und Co.

Was hat China davon?

China könnte von dem Geldzufluss aus Japan profitieren, da vor allem die Provinzen teilweise hoch verschuldet und für den enormen Investitionsbedarf auf Kapital angewiesen sind.

Steckt hinter dem Währungspakt ein Angriff auf den US-Dollar?

Zunächst geht es hier um rein wirtschaftliche Vorteile. Der Wechselkurs des US-Dollar dürfte darunter nicht leiden.

Aber die Bedeutung des Dollars als Weltleitwährung wird geschwächt.

Wenn die Unternehmen diesen Schritt tatsächlich umsetzen, dann würde der Dollar in Asien etwas an Bedeutung verlieren. Zuletzt war aber noch eine gewisse Skepsis der Unternehmen gegenüber einer direkten Konvertierung zu erkennen.

Ein ähnliches Abkommen mit Europa ist gut möglich
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

14 Kommentare zu "Devisenexperte Rahn: „Der Yuan kann zweite Leitwährung werden“"

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Guten Tag,... Ja, ja.... und als Dritte nehmen wir Kuhfladen;... als Vierte Muscheln;... als Fuenfte Glasperlen;... als Sechste Weihnachtsplaetzchen;.... Besten Dank

  • Anders ..., wo ständen die Devisenreserven von China, wenn dort unsere Politiker das Sagen hätten. Da diese alle vier Jahre (eigentlich Monate) die Bevölkerung mit sozialen Leistungen gefügig machen, hätte man vermutlich die 3,3 Bill. Dollar statt auf der Haben-, auf der Sollseite.

  • Aber die Kasper von der FED werden den knallartigen Abgang der bunten $-Zettel nicht aufhalten können.

  • genau so ist es! Dem gibts nichts hinzuzufügen.

  • Sehr viel paranoide Analysen hier. Ich dachte der Artikel dreht sich um Währungen.

    Ob nun kurzfristig der Yuan Leitwährung wird oder nicht, ist egal. Nicht egal ist, das sich die Zeit des US Dollars als Weltreservewährung rapid dem Ende zuneigt. Die Annäherung Japans an den "Erzfeind" China kann man gleichsetzen mit der Annäherung der ehemaligen Erzfeinde Deutschland und Frankreich. Diese Annäherung hat Europa erst möglich gemacht.

    Die Europäer sollten jetzt genau dabei zuschauen, wie desaströs sich eine starke Währung (US Dollar) entwickeln kann, die von einer Zentralbank (FED) gesteuert wird, dessen vornehmste Aufgabe darin besteht, zu inflationieren.

  • Ein Wirtschaftsraum Japan/China stellt eine Bedrohung für das Dollarimperium dar. Herr Rogosin, ständiger Vertreter Russland bei der Nato hat in einem Interview die Angst der Briten/Amis vor dem wirtschaftlichen Zusammenschluss Deutschlands mit Russland beschrieben. Beides ist miteinander zu vergleichen. Das werden die AMIs zu bekämpfen wissen. Der Raketenschirm um Russland/China wird nicht umsonst installiert. Mrs. Clinton war nicht ohne Grund in Myanmar(Standort US-Raketen). Die Einkreisung Russland und China geht weiter. Schon jetzt soll ein Stellvertreterkrieg zwischen Israel und dem Iran angezettelt werden. Ziel ist das Abschneiden Chinas vom Öl des Nahen Ostens. Man ist schon fleissig dabei, die Chinesen von den Rohstoffen Afrikas fernzuhalten(Einsatz USA-freundlicher Diktatoren). Hussein und Gaddafi wollten nicht mehr mit den grünen Papierchen bezahlen. Sie wurden unter Vorspiegelung falscher Tatsachen angegriffen und ermordet. Vor dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag hätten sie der westlichen Welt viel über die wahren Kriegsverbrechen (England/USA) zu erzählen gehabt, deshalb haben sie diesen Ort nie erreicht. Wenn die USA ihre Vorgehensweise fortsetzen, dann dürfte auch diesmal eine friedliche Vorgehensweise nicht die erste Wahl sein. Es dürfte noch in 2012 mit einem Angriff Israels auf Iran beginnen. Grund wird das Atomprogramm sein, welches Israel bedroht. Ein Angriff auf Syrien steht zwar auch noch auf dem Programm, ist aber unwahrscheinlicher, solange die Russen dagegen sind.
    Damit die Nato diese Kriege führen kann, werden schon jetzt unter dem Deckmantel der Terrorgefahr die Freiheitsrechte in Amerika eingeschränkt und die staatliche Überwachung in der westl. Welt installiert. Willige Regierungen werden eingesetzt (siehe Italien, GR), Demokratie ausgehebelt. Es wird Angst geschürt und die USA werden wieder Retter der "Freiheit" sein - eine Freiheit, unter der die Bevölkerung versklavt wird um dem Kapital zu dienen.

  • Leute, sorry aber ist doch kalter kaffee, dass der yuan welt-leitwährung wird. in 150 Jahren vielleicht mal. versucht doch mal in ecuador, papua neu-guinea, feuerland oder timbuktu mit yuan zu bezahlen, da wird Dir ein Vogel gezeigt. wer seine hausaufgaben nicht gemacht hat, und nicht bei €/$ 1.50 in den US-Dollar eingestiegen ist, verpaßt eine +50% Kursanstieg seines Investments, wenn wir in 2012 einen €/§ Kurs von 1:1 bekommen. Yuan interessiert doch keine Sau.

  • @marc_renton
    wo läge unser Schuldenstand, wenn wir, wie China, keine Rentenversicherung, keine Krankenversicherung, keine Arbeitslosenversicherung hätten....?

  • Korrektur: Der Yuan wird die einzige Leitwährung der Zukunft sein.
    Je stärker der Yuan steigt, desto steiler wird der Abstieg des Dollars, da der Export der hausgemachten Geldvermehrung dann nicht mehr funktioniert und die Auswirkungen der Inflation die USA im Inneren voll treffen werden.

  • @papiergeld
    "die Schuldengier der Politiker..." schreiben Sie, Sie meinen wohl die Schuldengier der Demokratien. Da wo gegengesteuert wird fliegen auch Steine etc. da die Völker wohl offentichtlich nicht sparen wollen.

Alle Kommentare lesen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%