Devisenexperten glauben nicht an einen nachhaltigen Erfolg der verbalen Bremsmanöver: Euro legt nur eine Verschnaufpause ein

Devisenexperten glauben nicht an einen nachhaltigen Erfolg der verbalen Bremsmanöver
Euro legt nur eine Verschnaufpause ein

Devisenmarktexperten sind sich einig, dass es sich bei der jüngsten Euro-Abschwächung nur um eine kurzfristige Korrektur der vorangegangenen steilen Aufwärtsbewegung handelt. Die verbalen Bremsmanöver von Seiten europäischer Politiker und Notenbanker sehen sie nur als den Auslöser dieser überfälligen Korrektur. Am Abwärtstrend des Dollars werden sie der vorherrschenden Ansicht nach nichts Grundlegendes ändern.

DÜSSELDORF/FRANKFURT. Wir sind besorgt, nicht gleichgültig“, hatte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, am Montag erklärt und damit erstmals verbal gegen den zu schnellen Kursanstieg des Euros interveniert. Gestern schloss sich auch EZB-Chefvolkswirt Ottmar Issing dem wachsenden Chor der Warner an, indem er ausdrücklich auf Trichets Äußerungen Bezug nahm. Am Montag, als Trichet seine Sorge erstmals äußerte, hatte der Euro mit 1,2898 Dollar ein neues historisches Hoch markiert. Am Wochenende fiel er zwischenzeitlich bis auf 1,2151 Dollar, wobei die Wirkung der fortgesetzten Verbalinterventionen aus Politik und Notenbanken am Freitag durch ein überraschend stark gestiegenes US-Verbrauchervertrauen verstärkt wurde.

„Wenn die EZB meinen würde, sie hätte die Euro-Abschwächung bewirkt, hielte sie sich selbst zum Narren“, meint dazu David Barrow, Devisenstratege bei der Investmentbank Bear Stearns in London. Erstaunlich war für ihn nur, dass eine Zwischenkorrektur des steilen Aufwärtstrends des Euros seit November nicht schon früher kam.

Auch Carsten Fritsch, Devisenstratege bei der Commerzbank, erklärt die deutliche Euro-Abschwächung damit, dass die Warnungen der Notenbanker zu einem Zeitpunkt kamen, als der Markt überhitzt war und in hohem Maße auf weitere Kursgewinne spekulierte: „Zu viele Marktteilnehmer haben spekulative Positionen aufgebaut und auf Kurse oberhalb von 1,30 Dollar gesetzt.“

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