Devisenhandel
Das Vertrauen in Dollar und Euro sinkt

Die Finanzkrisen in den USA und Europa ziehen weitere Kreise: Das Vertrauen der Deviseninvestoren schwindet zunehmend - mit Folgen für den Dollar. Neue Zweifel in den Euro weckt der Warnschuss von Moody's an Spanien.
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FrankfurtDeviseninvestoren haben den Zustand der US-Wirtschaft als besorgniserregend eingestuft und wiederum auf breiter Flur den Dollar verkauft. Im Gegenzug stieg der Schweizer Franken auf ein Rekordhoch zum Greenback, der japanische Yen war so teuer wie seit vier Monaten nicht mehr. Der Euro kam hingegen nicht von der Stelle und pendelte um 1,4350 Dollar.

Eine Warnung der Ratingagentur Moody's vor einer Herabstufung Spaniens hemmte einen Anstieg der Gemeinschaftswährung. Auf der Suche nach sicheren Häfen waren Bundesanleihen gefragt. Die Papiere der schuldengeplagten Euro-Länder gerieten dagegen wieder unter Druck. Zum Schweizer Franken fiel der Greenback um 1,3 Prozent bis auf 0,7896 Franken. Zur japanischen Währung gab der Dollar um 0,7 Prozent auf 77,06 Yen nach.

Die Wirtschaft der USA ist im zweiten Quartal unerwartet schwach geblieben, die Wachstumsrate des Auftaktquartals wurde zudem stark nach unten revidiert. Volkswirte zeigten sich vor allem über den schwachen Konsum besorgt. Immerhin tragen die Verbraucher zu mehr als zwei Dritteln zum Wirtschaftswachstum bei. „Die US-Daten sind ernüchternd ausgefallen“, konstatierte Volkswirt Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus. „Die US-Konjunktur hat 2011 einen schwachen Start hingelegt, was zeigt, dass sie die Krise noch immer nicht hinter sich gelassen hat.“

Auch der Konjunkturindex der Einkaufsmanager aus dem Großraum Chicago enttäuschte. Insbesondere vor dem Hintergrund des Schuldenstreits dürften die Sorgen um den Zustand der US-Wirtschaft weiter zunehmen, sagten Händler. Das Gezerre um die Anhebung der Schuldenobergrenze blieb ohnehin ein großes Thema am Markt. In der Nacht hatten die Bemühungen um einen Kompromiss einen herben Rückschlag erlitten, als eine Abstimmung über einen Sparvorschlag der Republikaner überraschend abgesagt wurde.

Anleger am Rentenmarkt trieben die als sicher geltenden zehnjährigen Bundesanleihen um 64 Ticks nach oben auf 105,89 Zähler. Die Skepsis gegenüber den Anleihen der schuldengeplagten Länder stieg dagegen wieder: Spanische zehnjährige gaben um 60 Ticks nach auf 95,43 Zähler. Moody's habe mit seiner Warnung gen Madrid den europäischen Stabilisierungsbemühungen einen „Bärendienst“ erwiesen, sagte ein Händler. Auch das Vorziehen der spanischen Neuwahlen erhöhe die Nervosität im Markt. Italienische, irische und griechische Anteilsscheine wurden ebenfalls wieder abgestoßen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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